Nord Stream 2: USA wollen Gaspipeline verhindern

Über die Pipeline Nord Stream 2 soll russisches Erdgas über die Ostsee nach Mittel- und Westeuropa transportiert werden. Nord Stream 2 hatte wie die älteren Röhren insgesamt eine Durchleitungskapazität von 55 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr.

Die 1200 Kilometer lange Erdgaspipeline Nord Stream 2 ist politisch umstritten. Sie will dort mit deutschen Regierungsvertretern sprechen und die Bedenken der US-Regierung vortragen.

Greifswald - Das Unternehmen Nord Stream 2 hat in Mecklenburg-Vorpommern mit den Bauarbeiten für die Ostseepipeline begonnen. Befürworter Deutschland sucht einen Kompromiss: Es will die Risiken des Projekts für die Ukraine mindern.

Der deutsche Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) wirbt in Moskau um eine Entschärfung des russisch-ukrainischen Konflikts und eine gemeinsame Haltung gegenüber dem Iran. Die Bundesregierung ist grundsätzlich für die Umsetzung von Nord Stream 2, weil der Gastransport über diesen Weg günstiger ist als durch die Ukraine. So könne man sich vorstellen, einen Teil des Erdgases aus den Ostsee-Pipelines, einen anderen Teil durch die Pipelines der Ukraine zu beziehen. Dies hatte dort Besorgnis ausgelöst, da Transitgebühren wegfielen und ein Lieferstopp die Ukraine dann weitgehend allein träfe. Es sei fraglich, ob eine solche Garantie durchsetzbar wäre, sagte Oudkirk. Je höher die Einnahmen der Ukraine sind, sich die Wirtschaft des Landes erhöht, desto widerstandsfähiger ist es gegenüber russischen Übergriffen, so das Kalkül in Berlin.

Die EU-Staaten, die in weiten Teilen ebenfalls gegen Nord Stream 2 sind, haben erst am Mittwoch die Idee beschlossen, den USA zur Abwehr von Strafzöllen den Kauf von LNG anzubieten. Die Pipeline sei lediglich dazu gedacht, Gasströme umzuleiten, die bisher durch die Ukraine flössen.

Der Widerstand der USA gegen Nord Stream habe vor allem energie- und geopolitische Gründe, sagte Oudkirk. Dazu könne Russland Abhör- und Überwachungstechnologie entlang der Pipeline-Route installieren. Nun befürchten europäische Unternehmen, die im Iran tätig sind, negative Auswirkungen durch mögliche extraterritoriale US-Sanktionen. Am deutschen Anlandepunkt wird bereits am Fundament für die Gasempfangsstation und das Betriebsgebäude gearbeitet. "Wir würden uns freuen, wenn das Projekt nicht zustande kommt". Oudkirk stritt einen Zusammenhang ab.

Die USA arbeiteten eng mit jenen Europäern zusammen, die ebenfalls besorgt seien.


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