Verdächtige Werte eines Ozonkillers in der Atmosphäre gefunden

Boulder. US-Forscher sind womöglich einem Umweltverbrechen auf der Spur.

Die Menge des Stoffs Trichlorfluormethan in der Atmosphäre sinkt demnach seit 2012 langsamer, als nach den geltenden Umweltregelungen zu erwarten wäre.

Sichern Sie sich mit TA-Plus alle Inhalte der TA-Webseite und unserer Smartphone-App. Forscher vermuten eine neue, illegale Quelle. Die Gruppe um Stephen Montzka von der National Oceanic and Atmospheric Administration in Boulder (Colorado) vermutet eine neue, illegale Quelle von Trichlorfluormethan.

Seit 2010 gilt ein internationales Produktionsverbot für diese Stoffgruppe.

Boulder/Wien - Der Einsatz von Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKWs) ist heute verboten: Spätestens seit den 1980er-Jahren ist klar, dass diese organischen Verbindungen, die als Treibgase, Lösungs- und Kältemittel breiten Einsatz fanden, die schützende Ozonschicht in der Erdatmosphäre zerstören.

Wie die Forscher berichten, sank die Konzentration in der Atmosphäre seit Mitte der 1990er-Jahre zunächst langsam, aber kontinuierlich.

Doch etwa 2012 bekam die Trichlorfluormethan-Kurve einen Knick: Die Menge sank nicht mehr wie erwartet. Dazu kommen verdächtige Unterschiede des Anteils über der Nord- und der Südhalbkugel. Zudem fanden sich deutliche Ähnlichkeiten mit dem Messkurvenverlauf zweier anderer FCKWs: Chlordifluormethan und Dichlormethan. Aber allein mit dem Luftaustausch in der Atmosphäre, auch wenn er ungewöhnliche Formen annehmen sollte, waren die Werte nicht zu erklären. Simulationen deuten auf einen "wahrscheinlichen Ursprung" in Ostasien hin. Als Grössenordnung nennen die Wissenschaftler 13'000 Tonnen pro Jahr.

In einem ebenfalls in "Nature" veröffentlichtem Kommentar bescheinigt Michaela Hegglin von der University of Reading (Großbritannien) dem Autorenteam eine sorgfältige Analyse. In der Schweiz sind seither zahlreiche Labels entstanden, die sich für nachhaltige Mode einsetzen. 1138 Menschen verloren ihr Leben.

Im Hochhaus waren fünf Textil-Fabriken untergebracht, welche internationale Modelabels belieferten.


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