Erdogan bittet Türken um Hilfe für die Lira

Tatsächlich aber wirkte die Aufforderung an seine Landsleute geradezu hilflos: "Meine Brüder, können diejenigen von Euch, die Euro und Dollar unter ihren Kopfkissen haben, dieses Geld bitte in Lira investieren?" sagte der türkische Präsident.

Die Landeswährung ist seit Jahresbeginn zum Dollar um rund 20 Prozent abgesackt. Die Schwäche der Währung ist für den Staatschef ein Problem im Wahlkampf, weil viele Wähler sie als Zeichen für die Schwäche der türkischen Wirtschaft interpretieren.

Als Gründe nennen Experten die hohe Verschuldung türkischer Unternehmen, die Abhängigkeit von ausländischem Kapital, um die Kredite zu finanzieren und die Wirtschaft am Laufen zu halten, das enorme Handelsbilanzdefizit, grassierende Korruption. Am Mittwoch hob die Notenbank den Schlüsselzins von 13,5 Prozent auf das Rekordniveau von 16,5 Prozent an.

"Makroökonomisch ist diese Situation gefährlich", analysiert er die Lage: "Der Währungsverfall treibt die Inflation weiter in die Höhe, gleichzeitig kühlt die Konjunktur sich ab". Die Notenbank begründete die Entscheidung mit der hohen Inflation. Zudem zweifeln sie daran, dass er ausreicht. Erdogans Wiederwahl bei den vorgezogenen Parlaments- und Präsidentenwahlen in vier Wochen ist gefährdet. Er hatte sich in der Vergangenheit mehrfach für niedrigere Leitzinsen ausgesprochen. Wohl auch deshalb hat er bereits angekündigt, nach den Wahlen mehr Kontrolle über die Geldpolitik ausüben zu wollen.

Freude am Zerfall der Lira können europäische Touristen haben.

Damit erholte sich die Lira sichtlich von ihrem Sinkflug der vergangenen Wochen, als sie auf immer neue Rekordtiefstände gefallen war. Damit hat die Türkei nach dem Einbruch der Besucherzahlen in letzter Zeit wieder an Beliebtheit gewonnen.


Beliebt

VERBINDEN