Easyjet hilft Lufthansa bei Preisprüfung

Allerdings rechtfertigten sie kein Missbrauchsverfahren.

"Die Lufthansa Tickets waren nach der Insolvenz von Air Berlin im Vergleich zum Vorjahr durchschnittlich um 25 bis 30 Prozent teurer", so Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes. "In Einzelfällen gab es auch deutlich höhere Preisanhebungen". Ein Teil der Preiserhöhung sei auf den starken Rückgang des Platzangebotes nach der Air Berlin-Pleite zurückzuführen, räumten die Wettbewerbshüter ein. Die Lufthansa hatte nach den Beschwerden argumentiert, sie habe das Tarifsystem nicht geändert, sondern das computerbasierte Preissystem habe diese auf Basis einer erhöhten Nachfrage bei gleichzeitig reduziertem Angebot automatisch angeglichen. Im Anschluss seien die Preise auf den entsprechenden Strecken wieder umgehend gesunken. "Die Entwicklung der Flugpreise wäre bestimmt nicht so günstig verlaufen, wenn die Lufthansa dauerhaft Monopolist auf diesen Strecken geworden wäre", sagte Mundt.

Air Berlin hatte Mitte August vergangenen Jahres Insolvenz angemeldet, im Oktober landete der letzte Flieger in Berlin.

Das Kartellamt hat nach eigenen Angaben die Preisentwicklung auf den 13 passagierstärksten innerdeutschen Strecken untersucht. Auf diesen Strecken seien stichprobenartig insgesamt 412 Flüge an 44 Stichtagen analysiert worden. Insgesamt habe die Datengrundlage rund 56.000 Einzeltickets von Lufthansa und Eurowings umfasst.

Die steigenden Preise für Lufthansa-Tickets seien außerdem auch eine Folge davon, dass es nach der Air-Berlin-Pleite auf vielen Strecken einen Kapazitätsrückgang gegeben habe - das hätte laut Kartellamt auch bei einer "intakten Konkurrenzsituation" höhere Preise bedeutet. Ab Juni 2018 will Easyjet zudem eine weitere innerdeutsche Verbindung eröffnen.

Das Bundeskartellamt will die Entwicklungen auf den innerdeutschen Flugmärkten weiterhin "intensiv beobachten". Bei etwaigen Hinweisen auf missbräuchlich überhöhte Preise werde das Amt erneut eine Verfahrenseinleitung prüfen.


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