Diesel-Betrug: Daimler soll Vorwürfe in 14 Tagen aufklären

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) macht im Diesel-Abgasskandal einen Schritt auf die Autohersteller zu. Zuvor hatte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) dort unzulässige Abschalteinrichtungen festgestellt, die im Betrieb zu erhöhten Stickoxid-Emissionen führen könnten. "Wir werden jetzt einen vertieften Austausch vornehmen mit dem Ziel, anhand unserer konkreten Prüfungen die genaue Zahl der betroffenen Modelle zu ermitteln", sagte Scheuer nach dem Termin. Dann sollen "konkrete Ergebnisse auf dem Tisch liegen", erklärte der Minister. Betroffen davon sind neue Fahrzeuge wie der Mercedes-Transporter Vito mit einer 1,6 Liter-Dieselmaschine der Abgasklasse Euro 6 aus der Motorserie OM626. Vergangene Woche hatte der "Spiegel" von über 600.000 Mercedes-Modellen berichtet, die unter Manipulationsverdacht stünden. "Es war ein gutes Gespräch, wie sehen uns in 14 Tagen wieder", sagte Zetsche beim Verlassen des Ministeriums. Das Amt habe Mercedes eine Frist bis zum 15. Juni gesetzt, um eine technische Lösung dazu vorzulegen, teilte der Verkehrsminister weiter mit. Daimler wird darin verpflichtet, die Fahrzeuge in die Werkstätten zu rufen und mit einem Software-Update die unzulässige Abschalteinrichtung zu entfernen. Daimler widerspricht der Einschätzung, dass es sich dabei um illegale Abschalteinrichtungen handelt, und will sich notfalls vor Gericht gegen diesen Bescheid wehren.

Nach Medienberichten könnten dem Konzern Untersuchungen Hunderttausender weiterer Fahrzeuge drohen. "Wir haben gegenüber dem KBA volle Transparenz hergestellt, dass wir auch die älteren Fahrzeuge aus dem Feld sukzessive auf den Stand der aktuellen Software bringen", betonte das Unternehmen.

In dem seit Monaten schwelenden Streit in der Bundesregierung um weitergehende Diesel-Nachrüstungen bleiben die Fronten derweil hart.

Diese Nachricht wurde am 28.05.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet.

Daimler-Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht telefonierte nach eigenen Angaben unmittelbar nach dem Berliner Gespräch mit Vorstandschef Zetsche. So könnten lokale Fahrverbote verhindert und die Kosten begrenzt werden.


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