Massiver Mörsergranaten-Angriff auf Israel - Attacken in Gaza

Die israelische Armee hat als Reaktion auf die Angriffe seit gestern insgesamt 65 Ziele im Gazastreifen angegriffen. Nach Angaben eines Armeesprechers explodierte eine Granate in der Nähe eines Kindergartens, der beschädigt worden sei. Kinder hielten sich dort nicht auf. Am Dienstag hatte die israelische Luftwaffe nach eigenen Angaben mehr als 35 Ziele radikaler Islamisten im Gazastreifen getroffen, nachdem dutzende Geschosse der in dem Palästinensergebiet herrschenden Hamas und des Islamischen Dschihad auf israelisches Gebiet abgefeuert worden waren. An Bord sollen unter anderem Palästinenser sein, die bei den Konfrontationen mit israelischen Soldaten an der Grenze zu Israel in den vergangenen Wochen verletzt wurden. Opfer wurden aus dem Palästinensergebiet zunächst nicht gemeldet.

Die Armee werde darauf "kraftvoll" reagieren. Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas, der mit der Hamas einen heftigen Konflikt hat, erklärte, dass Israels "heftige Aggression" gegen den Gazastreifen zeige, man wolle keinen Frieden. Die Milizen der Hamas und des Islamischen Jihad bekannten sich zu dem Granatenbeschuss. Am Sonntag waren bei einem israelischen Angriff im südlichen Gazastreifen drei Mitglieder des bewaffneten Flügels der Organisation getötet worden. Später teilte der Islamische Dschihad mit, es sei eine von Ägypten vermittelte Feuerpause ausgehandelt worden. Die Hamas sei bereit, sich an den Waffenstillstand zu halten, solange Israel dies auch tue, erklärte wiederum Hamas-Vizechef Khalil al-Haja. Die Hamas äußerte sich dazu jedoch nicht. Die USA forderten angesichts der auch von EU und UN verurteilten palästinensischen Angriffe eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates. Israel dementierte laut Medienberichten, dass eine Waffenruhe vereinbart worden sei. Die Führung der Palästinenser müsse "zur Rechenschaft gezogen werden". Eine Reihe der Geschosse wurde abgefangen. Seit Ende März versammeln sich dort Palästinenser, um gegen die Blockade des Gazastreifens zu demonstrieren. Zudem fing die israelische Marine ein Boot mit 17 palästinensischen Aktivisten ab, das als Protestaktion die seit Jahren geltende Seeblockade des Küstengebiets zu durchbrechen versuchte.

Legende: Der Schlagabtausch zwischen Palästinensern und Israeli begann schon am Dienstag. Bei den Protesten wurden mindestens 121 Palästinenser getötet, mindestens 61 von ihnen am 14. Mai, als anlässlich der Einweihung der US-Botschaft in Jerusalem die Lage eskalierte.

Die Blockadegrenze verläuft neun Seemeilen (16 Kilometer) vor der Küste des Gazastreifens. Gaza sei heute "das größte Gefängnis der Welt", erklärte das Organisationskomitee zu dem Protest auf See.


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