Razzien in vier Ländern: Polizei geht gegen mutmaßliche G20-Randalierer vor

Im schweizerischen Kanton Aargau befragte die Staatsanwaltschaft einen 27-jährigen Verdächtigen, wie die Agentur SDA berichtete.

Knapp elf Monate nach den schweren Krawallen beim G-20-Gipfel in Hamburg hat die Polizei am frühen Dienstagmorgen mit Durchsuchungen in Italien, Spanien, Frankreich und der Schweiz begonnen. Eine Sprecherin der Aargauer Staatsanwaltschaft präzisierte nun, die Zielperson sei der Staatsanwaltschaft "polizeilich zugeführt" worden. Bei der Befragung des Schweizers seien zwei Polizeibeamte aus Hamburg dabei gewesen.

Der Einsatz findet statt in Zusammenarbeit mit den lokalen Polizeibehörden und Eurojust. Gestützt auf ein Hamburger Rechtshilfeersuchen wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Bremgarten zwei Liegenschaften durchsucht. In der Elbchaussee hatten am 7. Juli rund 220 Randalierer innerhalb kürzester Zeit zahlreiche Autos angezündet und mehrere Streifenwagen angegriffen. Verdächtige seien befragt sowie Wohnungen und linke Szenetreffs durchsucht worden, teilte die Hamburger Polizei mit. Zum Strafverfahren selbst konnte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft nichts sagen. In Spanien seien im Großraum Madrid drei Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt worden. Bei den Ermittlungen seien drei spanische Männer identifiziert worden, die am Rande des G20-Gipfels in Hamburg "beträchtliche Sachschäden" verursacht hätten und an "gewaltsamen Aktionen gegen Polizisten" beteiligt gewesen seien, erklärte das Ministerium.

Zudem sei es den Ermittlern gelungen, durch Auswertung von DNA-Spuren Tatverdächtigen ihre Beteiligung an den Krawallen nachzuweisen.

Laut NDR durchsuchte die Polizei am Dienstag in Italien unter anderem Objekte in Rom und Genua, darunter auch die Wohnung eines Mannes, der in Hamburg bereits wegen Angriffs auf Polizeibeamte bei den Krawallen in der Sternschanze verurteilt worden sei. Inzwischen gingen die Ermittler auch davon aus, dass er auch an den Krawallen auf der Elbchaussee beteiligt war.

Das Gipfeltreffen der wichtigsten Wirtschaftsmächte der Welt im Juli 2017 war von massiven Ausschreitungen überschattet.

In Frankreich fahndeten Ermittler nach Angaben der Hamburger Polizei nach einem Tatverdächtigen, der an den Ausschreitungen auf der Elbchaussee beteiligt gewesen soll. Insgesamt waren 186 Menschen vorläufig festgenommen und 225 Menschen in Gewahrsam genommen worden. Die Polizei richtete eine Sonderkommission ein, um Gewalttäter und Hintermänner zur Rechenschaft zu ziehen.

Die Polizei hatte bereits am 13. April eine europaweite Fahndung nach 24 mutmasslichen Randalierern eingeleitet.

Das stand in der Antwort des Bundesinnenministeriums an die Linksfraktion, aus der die Zeitungen der Funke Mediengruppe vor zwei Wochen zitierten.


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