Russischer TV-Reporter: Kremlkritischer Journalist in Kiew erschossen

Das ukrainische Innenministerium bestätigte, dass der 41-Jährige ermordet worden sei.

Wegen Anfeindungen verließ er seine Heimat Russland.

Der Mann sei durch Schüsse in den Rücken schwer verletzt worden und auf dem Weg ins Krankenhaus gestorben, teilte eine Polizeisprecherin mit. Der Journalist Arkadi Babtschenko aus Russland ist am Dienstag Medienberichten zufolge in seiner Wohnung in Kiew erschossen worden.

Der kremlkritische russische Journalist und Kriegsreporter Arkadi Babtschenko ist in Kiew erschossen worden. In Kiew arbeitete er unter anderem für einen TV-Sender der Krimtataren, ATR.

In der ukrainischen Hauptstadt ist es der dritte aufsehenerregende Mord an einem Journalisten innerhalb von vier Jahren. Die Ermittler vermuteten, dass die Tat in Verbindung mit der Arbeit Babschenkos stehe und gingen dementsprechend dieser Spur nach, sagte der Polizeichef von Kiew, Andri Kryschtschenko, der Nachrichtenagentur Interfax Ukraine. 2016 wurde der russische Reporter Pawel Scheremet durch eine Autobombe getötet, ebenfalls ein Kritiker des Kremls. 2015 wurde der ukrainische Journalist Oleg Busina ermordet. Die Fälle sind ungeklärt.

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) äußerte sich besorgt. In Moskau forderte das Außenministerium eine Aufklärung des Mordes, das russische Staatliche Ermittlungskomitee leitete eigene Untersuchungen ein. Die Ukraine stuft seine prorussische Berichterstattung als Landesverrat ein.

Babtschenko sei von einem Einkauf zurückgekehrt, berichtete der ukrainische Abgeordnete Anton Geraschtschenko. Ein Kollege des Journalisten, Osman Paschajew, schrieb bei Facebook, Babschenko sei im Treppenhaus seines Wohnhauses drei Mal in den Rücken geschossen worden.

Babtschenko hatte in den 1990er Jahren als junger russischer Soldat im Tschetschenien-Krieg gedient. Im Buch "Die Farbe des Krieges" machte er sich literarisch einen Namen mit der Schilderung der Brutalitäten in der russischen Armee sowie im Kampf gegen die Rebellen.


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