Hamas: Einigung auf Waffenruhe mit Israel

Am Dienstag waren zum ersten Mal seit Beginn der Proteste entlang der Gaza-Grenze am 30. März Geschosse auf Israel abgefeuert worden. Bereits am Dienstag hatte die israelische Luftwaffe Ziele radikaler Islamisten im Gazastreifen angegriffen, nachdem dutzende Geschosse der Hamas und des Islamischen Dschihad auf israelisches Gebiet abgefeuert worden waren. Wenn der Beschuss aus dem Gazastreifen eingestellt werde, dann würde Israel auch nicht mehr im Gazastreifen angreifen. Ein Versuch palästinensischer Aktivisten, die israelische Seeblockade zu durchbrechen, scheiterte indes. Vier israelische Boote hätten die "Al-Hurija" (Die Freiheit) knapp 17 Kilometer vor der Küste gestoppt, sagte Adham Abu Selmeja von der Palästinensischen Kommission gegen die israelische Blockade. Mit dem Protest solle "eine klare Botschaft an Israel und den Rest der Welt" gesandt werden, "dass die Blockade aufgehoben werden muss". Die Organisatoren der Protestfahrt sagten, die Menschen in Gaza hätten "die Nase voll von ihrem Leben".

Die Aktion fand am Jahrestag des Angriffs auf das Hauptschiff einer Hilfsflotte statt, die vor acht Jahren die Seeblockade überwinden und Hilfsgüter in den abgeriegelten Gazastreifen bringen wollte. Auch die israelische Armee machte keine Angaben zu der mutmaßlichen Feuerpause. Dabei waren zehn türkische Staatsbürger getötet worden. Drei militärische Stützpunkte der Organisationen Islamischer Dschihad und Hamas seien getroffen worden, teilten die militanten Palästinenser selbst am Dienstag mit.

Zuvor schossen militante Palästinenser massenhaft Raketen und Mörsergrananten auf Israel. Es habe sich um die umfangreichsten israelischen Angriffe seit dem Jahr 2014 gehandelt.

Die Hamas sprach sich ebenfalls für die Attacken aus.

Nach der schwersten Eskalation der Gewalt seit 2014 zwischen militanten Palästinensern und Israel gilt nach Angaben der radikalislamischen Hamas in Gaza wieder eine Waffenruhe. Die meisten seien durch das Abwehrsystem "Eiserne Kuppel" abgefangen worden. Nach Angaben eines Armeesprechers explodierte eine Granate in der Nähe eines Kindergartens, der beschädigt worden sei. Kinder hielten sich dort nicht auf.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte daraufhin an, sein Land nehme die Angriffe "sehr ernst". Die Armee werde darauf "kraftvoll" reagieren. Zu den Angriffen bekannte sich zunächst niemand.

Israelische Medien vermuteten dahinter eine Racheaktion des Islamischen Dschihad.


Beliebt

VERBINDEN