Indien: Tödlicher Nipah-Virus ausgebrochen - 10 Tote

Um Infektionen mit dem Nipah-Virus zu vermeiden, sollten Indien-Reisende auf Baumfrüchte verzichten.

Ein aktueller Nipah-Ausbruch im Bundesstaat Kerala im Südwesten Indiens hält Mediziner zurzeit in Atem - 14 Menschen sind bisher gestorben, etwa 100 Menschen wurden unter Quarantäne gestellt, weil sie mit Erkrankten Kontakt hatten.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt in einer Mitteilung vor der Virus-Krankheit, für die es bislang weder Impf- noch Heilmittel gibt. Keralas Gesundheitsminister Rajeev Sadanandan erklärte gegenüber der "BBC", dass auch Krankenhausangestellte, die die Patienten behandelt haben, unter den Opfern seien.

In Indien sind bereits mindestens zehn Menschen nach einer Infektion mit dem Nipha-Virus gestorben.

"Wir haben Blut- und Körperflüssigkeitsproben aller Verdachtsfälle zur Bestätigung an das Nationale Institut für Virologie in Pune geschickt", so der Minister.

Das NiV hat seinen Namen von Nipah in Malaysia, wo 1998 der erste Ausbruch der Erkrankung beschrieben worden ist. Deshalb müsse dringend mehr in die Erforschung des Erregers investiert werden. Das Fatale: Es gibt weder eine Impfung noch eine wirkungsvolle Behandlung.

Lediglich die Symptome können medikamentös gelindert werden. Nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation gehört Nipah zu den acht gefährlichsten Viren der Welt.

"In Ermangelung eines zugelassenen Impfstoffs besteht die einzige Möglichkeit zur Verringerung der Infektion bei Menschen darin, das Bewusstsein für die Risikofaktoren zu schärfen", so die Experten.

Sie erklären, wie sich die Gefahr der Übertragung von Mensch zu Mensch verringern lässt: "Ein enger ungeschützter Kontakt mit Nipah-Virus-infizierten Personen sollte vermieden werden". Die Sterblichkeitsrate liegt laut "BBC" bei 70 Prozent.

Und: "Regelmäßiges Händewaschen sollte nach Pflege oder Besuch von Kranken durchgeführt werden". Sobald die Tiere Früchte anknabbern, die vom Menschen gegessen oder weiterverarbeitet werden, kommt das Virus in Umlauf und kann sich anschließend über Tröpfcheninfektion auch von Mensch zu Mensch weiterverbreiten.

Als natürlicher Wirt des Erregers in Indien gelten fruchtfressende Fledermäuse.

Die Nipah-Krankheit führt zu grippeähnlichen Symptomen mit hohem Fieber, Muskel-, Kopf- und Halsschmerz sowie Erbrechen. Bei schwerem Verlauf können Atemwegserkrankungen, Lungenentzündungen und tödliche Hirnhautentzündungen die Folge sein.


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