Italien - Mindestens 57 Migranten sterben im Mittelmeer

Vor der Küste von Tunesien starben nach Angaben der dortigen Behörden mindestens 47 Menschen, als ihr Boot vor der Küstenstadt Sfax sank. Die Opfer seien hauptsächlich Tunesier, aber auch acht Menschen, die nicht aus Tunesien stammen, sondern aus Staaten südlich der Sahara oder dem Nachbarland Marokko. Das Verteidigungsministerium geht davon aus, dass das Schiff wegen Überfüllung verunglückte - auf ihm sollen sich 180 Menschen befunden haben.

Weil die Kontrollen in Libyen zuletzt verschärft wurden, starten immer mehr Flüchtlingsboote von Tunesien aus. Tunesien steckt in einer Wirtschaftskrise, die Arbeitslosigkeit und die hohe Inflation sind drängende Probleme.

Das Boot war auf dem Weg von Nordafrika nach Sizilien in Italien, als es auch noch unbekannten Ursachen kenterte. Die neue Regierung in Rom will die Flüchtlingszahlen reduzieren.

Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) haben dieses Jahr bis Ende Mai schon mehr als 32.000 Flüchtlinge Europa auf dem Seeweg erreicht. Vor der türkischen Südküste spielte sich ein weiteres Drama ab: Dort ertranken mindestens neun Flüchtlinge, darunter sechs Kinder, wie die türkische Küstenwache mitteilte.

Fünf Menschen an Bord seien von der Küstenwache beziehungsweise von einem Fischerboot gerettet worden. Im vergangenen Jahr starben dabei mindestens 3771 Menschen.

Die Migranten hätten offenbar versucht, in der Nacht zu Sonntag in einem Schnellboot von der türkischen Provinz Antalya auf eine griechische Insel zu gelangen, berichteten türkische Medien. Zur Nationalität der Betroffenen machte die Küstenwache keine Angaben. Zuvor hatte er wieder Stimmung gegen Migranten gemacht und unter anderem gesagt: "Für die Illegalen ist das schöne Leben vorbei, sie müssen die Koffer packen". Die EU-Kommission hatte kürzlich mitgeteilt, dass die Zahl der Migranten, die über die Türkei illegal in die EU kommen, in den ersten Monaten des Jahres wieder deutlich angestiegen sei.


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