Handelskonflikt mit den USA: EU-Zölle sollen ab Juli gelten

Die Liste von US-Waren umfasst neben Stahlprodukten auch Bourbon-Whiskey, Erdnussbutter, Harley-Davidson-Motorräder und Levi's-Jeans. Sefcovic sprach von einer "angemessenen Antwort auf die einseitige und illegale Entscheidung der USA". Die EU-Kommissare in Brüssel haben demnach auf ihrem wöchentlichen Treffen bereits grünes Licht gegeben. Die europäische Behörde hatte die Importstrafen bereits Mitte Mai bei der Welthandelsorganisation WTO angemeldet. Sefcovic sagte, die Kommission werde die relevanten Vorbereitungsschritte in Abstimmung mit den Mitgliedsstaaten bis Ende Juni abschließen, so dass die neuen Zölle nächsten Monat greifen könnten.

Die EU plant nach bisherigen Angaben in einer ersten Stufe, Waren im Volumen von 2,8 Milliarden Euro mit Zöllen zu versehen. Die US-Begründung, die Zölle zum Schutz von Arbeitsplätzen dienten der Verteidigung der nationalen Sicherheit, wiesen die EU und Kanada zurück.

Seit dem 1. Juni erheben die USA 25 Prozent Zoll auf Stahl- sowie zehn Prozent auf Aluminium-Importe. Zusammen sind das 6,4 Milliarden Euro - genau der Zollwert, mit dem Washington nun Stahl und Aluminium belegt. Die EU-Kommission will für diesen Schritt aber noch das Ergebnis der Klage vor der WTO abwarten. Es werde bei dem Treffen am Freitag und Samstag "schwierige Diskussionen" geben.

Bewegung kommt Insidern zufolge in den Handelsstreit zwischen den USA und China. Vor allem Kanada habe wegen der US-Einfuhrzölle auf Stahl und Aluminium sowie des möglichen Ausstiegs der USA aus dem nordamerikanischen Freihandelsabkommen Nafta "große Schwierigkeiten".

Wie die Europäische Union planen auch Mexiko und Kanada Vergeltungszölle gegen die höheren Abgaben in den USA. Dollar zu erhöhen. Dazu gehörten zusätzliche Einfuhren von Agrarerzeugnissen und einigen Industriegütern. Trump hat wiederholt den chinesischen Handelsüberschuss mit den USA kritisiert.


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