Handelsstreit Mexiko verhängt Vergeltungszölle gegen US-Waren

Die USA bekommen wegen ihrer Stahl- und Aluminiumzölle Vergeltungsmaßnahmen des Nachbarn Mexiko zu spüren. Auf Frischkäse, Quark und Bourbon-Whisky werden Zölle von 25 Prozent erhoben. Das Land verhängt seinerseits Einfuhrzölle von 20 Prozent auf Schweinefleisch aus den Vereinigten Staaten.

Die Abgaben sind eine Reaktion auf die seit Monatsbeginn auch für die Nafta-Partner Mexiko und Kanada sowie für die EU geltenden US-Zölle auf Stahl (25 Prozent) und Aluminium (zehn Prozent).

Erst im April hatten sich die EU und Mexiko darauf geeinigt, dass Agrarausfuhren wie Schweinefleisch und Geflügel aus der EU nach Mexiko von Zöllen befreit sein sollen. Dafür wurde bereits eine Liste mit Produkten von Erdnussbutter bis zu Motorrädern präsentiert.

Die Zölle sollen laut Angaben von Vertretern des Dachverbands der mexikanischen Fleischproduzenten vom Montag (Ortszeit) für Schweinebeine und -schultern in gefrorenem wie im frischen Zustand gelten.

Der Streit überschattet die Gespräche zur Überarbeitung des nordamerikanischen Freihandelsabkommens Nafta. Den Experten der ING Bank zufolge könnte US-Präsident Donald Trump den Schritt Mexikos als Rechtfertigung für einen Ausstieg aus dem Vertrag nutzen. Der Präsident bevorzuge inzwischen getrennte Verhandlungen mit den beiden Handelspartnern, sagte er Fox News. Das Volumen der Schweinefleischeinfuhren aus den USA beträgt gut eine Milliarde Dollar pro Jahr. Als Ersatzlieferanten wurden in Branchenkreisen Kanada und die EU genannt.


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