Bericht: Amazon vernichtet jeden Tag massenhaft neue Waren

Das berichten das ZDF-Magazin Frontal 21 und das Wirtschaftsmagazin "WirtschaftsWoche".

Falls zurückgegebene oder nicht verkaufte Ware nicht über Amazon Warehouse weiterverkauft werden kann, nutzen wir Produktspendenprogamme: Wir arbeiten mit der gemeinnützigen Plattform innatura zusammen, die Sachspenden an gemeinnützige Organisationen vermittelt und die wir seit 2013 als Gründungsmitglied unterstützen.

Eine Amazon-Mitarbeiterin berichtet, dass sie jeden Tag Waren im Wert von bis zu mehreren Zehntausend Euro vernichtet habe. In den deutschen Warenlagern des US-Unternehmens würden in großem Umfang Waren entsorgt, berichteten ZDF und "Wirtschaftswoche" am Freitag.

Überdies spende man sozialen Einrichtungen über die gemeinnützige Plattform innatura nicht verkaufte Erzeugnisse wie zum Beispiel Spielzeug, Schuhe, Kleidung oder Drogerie-Artikel.

Vor diesem Hintergrund plädiert Buschmann für ein gesetzliches Verbot, neue oder neuwertige, voll funktionsfähige Produkte zu vernichten und Verstöße mit Bußgeldern zu ahnden. Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth forderte Amazon laut Bericht auf, die Vorwürfe aufzuklären: "Das ist ein riesengroßer Skandal, denn wir verbrauchen auf diese Weise Ressourcen mit allen Problemen insgesamt auf der Welt". Ein solches Vorgehen passt einfach nicht in diese Zeit.

Amazon erklärte, das Unternehmen arbeite "jeden Tag an der Verbesserung von Prozessen, um so wenig Produkte wie möglich entsorgen zu müssen". Und weiter: "Ich bin überzeugt, dass viele Verbraucher von einem solchen Verhalten schockiert sind und es auch nicht akzeptieren werden", lässt sich Flasbarth zitieren.

So stößt die Amazon-Praxis denn auch auf Empörung bei Umweltschutzverbänden. Mit der bislang vorliegenden Stellungnahme dürfte Amazon nicht davonkommen - das Umweltministerium fordert Aufklärung.

Der Online-Versandriese ist wegen dieser Praktiken in die Kritik geraten.

Auch für externe Anbieter soll der Onlinehändler unverkaufte Lagerbestände entsorgen. Verkäufern, die ihre Produkte über Amazon versenden lassen, bietet der Konzern gleichfalls an, Restbestände zu entsorgen (was auch dieser Seite zu entnehmen ist). Interne Dokumente zeigten, dass der Service offenbar rege genutzt werde, so die Journalisten. Auf entsprechenden Produktlisten tauchen etwa Kinderturnschuhe und Kopfhörer auf, die intern mit der Versandmethode "Destroy" gekennzeichnet wurden. "Account wird gelöscht!" Auch auf Facebook machen viele User ihrem Ärger Luft - über die "Unverantwortlichkeit" von Amazon, den "Turbokapitalismus" und die "perverse Wohlstandsgesellschaft".


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