Fall Susanna F. - Verdächtiger Ali B. wird am Abend in Frankfurt erwartet

Der Tatverdächtige hatte sich in den Nordirak abgesetzt und war dort in der Nacht zum Freitag von kurdischen Sicherheitskräften festgenommen worden (TAG24 berichtete).

Der 20 Jahre alte Tatverdächtige Ali B. war am Freitag auf Bitten der deutschen Sicherheitsbehörden von kurdischen Kräften im Irak festgenommen worden. Der CSU-Politiker sprach von einem "Fahndungserfolg der Bundespolizei".

Der Fall löste eine heftige politische Debatte aus.

Der irakische Flüchtling Ali B. steht im Verdacht, das Mädchen aus Mainz vergewaltigt und umgebracht zu haben. Zu diesem Zeitpunkt löste der Name von Ali B. keinerlei Alarm aus: Er wurde erst zwei Tage später als Tatverdächtiger im Fall Susanna zur Fahndung ausgeschrieben. Ihre Leiche wurde am Mittwoch in einem Erdloch bei Wiesbaden gefunden. Bei der Flugreise von Düsseldorf über Istanbul nach Erbil benutzte die Familie von Ali B. offensichtlich falsche Namen für die Flugtickets und irakische Ersatzreisedokumente.

Wie "Bild" berichtet, wurde der 20-Jährige von seiner Familie verraten.

Ein offizielles Auslieferungsabkommen mit dem Irak gibt es allerdings nicht - daher sind die dortigen Behörden auch nicht vertraglich zu einer Auslieferung verpflichtet.

Der Polizeichef von Duhok hatte sich auch zu einer möglichen Auslieferung nach Deutschland geäußert.

Die Familie aus Vater, Mutter und sechs Kindern habe zuletzt in einer Flüchtlingsunterkunft in Wiesbaden-Erbenheim gelebt.

Demnach erhielten die kurdischen Sicherheitskräfte im Nordirak vorab die Information, dass Ali B. einreisen wolle. Gegen ihn laufen mehrere Verfahren, unter anderem wegen Raubüberfalls. Sein Asylantrag wurde bereits 2016 abgelehnt, der Mann klagte dagegen. Am Düsseldorfer Flughafen buchten sie laut Polizei noch mal um, nahmen einen späteren Flug.

Ein zunächst ebenfalls verdächtigter türkischer Asylbewerber kam am Donnerstagabend wieder frei.

Jetzt muss der junge Mann mit einer Auslieferung nach Deutschland rechnen.

Bei der Bekanntgabe der Festnahme des Irakers sagte Seehofer, es sei für die "staatliche Gemeinschaft" wichtig, "dass auf ein so furchtbares Verbrechen dann möglicherweise auch die Sühne kommt". Die Fluglinie hätte aber wohl prüfen müssen, ob die Tickets mit den Papieren übereinstimmten. Die Beamten hätten jedoch diese Bekannte nicht finden können, sagte Müller. Es müsse etwa darüber nachgedacht werden, mehr Richter einzustellen. Der Klageweg ist für Asylbewerber kostenfrei. Ein Nachweis der Tat war in diesem Fall zudem nicht zu führen, in den meisten anderen Fällen ebenfalls nicht.

FDP-Chef Christian Lindner sagte ebenfalls in der Bild, dass das Verbrechen Fragen aufwerfe. "Wie konnte es passieren, dass dieser Iraker, der mutmaßliche Tatverdächtige, einfach so ausreist, mit einem Namen, der nicht mit dem auf dem Ticket übereinstimmt?" Grünen-Chefin Annalena Baerbock forderte in der Zeitung Aufklärung in jeglicher Hinsicht.

Nach den Ermittlungen der Polizei soll Susanna F. seit Februar mit einigen Wiesbadener Asylsuchenden befreundet und den jüngeren Bruder Ali Bashars näher gekannt haben. Das schriftliche Obduktionsergebnis und die DNA-Analysen lägen noch nicht vor, sagte Oberstaatsanwältin Christina Gräf. Alice Weidel, AfD-Fraktionschefin, forderte in einer via Twitter verbreiteten Videobotschaft den Rücktritt der gesamten Bundesregierung.

Nordrhein-Westfalens Integrationsminister Joachim Stamp sagte im ZDF, der eigentliche Skandal sei nicht, dass der mutmaßliche Täter ein Flüchtling gewesen sei, sondern jemand, der straffällig gewesen sei.


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