Tesla Motors: Aktionäre stimmen gegen Teil-Entmachtung von Elon Musk

Die Machtfülle des auch unter Anteilseignern nicht unumstrittenen Tesla-Chefs bleibt unangetastet, Elon Musk kann aufatmen. Tesla-Chef Elon Musk sagte, damit der Konzern bezahlbare Autos herstellen könne, sei es "wichtig die Produktion mindestens auf die Kontinent-Ebene" zu bringen. Gegenüber den Investoren räumte der Tesla-Chef Probleme ein: "Wir haben viele Fehler bei der Model-3-Produktion gemacht".

Gespräche mit Regierungsvertretern in China diesbezüglich seien "grossartig" verlaufen. Er hoffe zudem, bis Jahresende den Ort für eine solche "Gigafabrik" in Europa festlegen zu können.

Musk zeigte sich zuversichtlich, die Fertigungsziele beim Hoffungsträger Model 3 zur Jahresmitte zu erreichen.

Die Investoren lehnten den Vorschlag ab, Musk die gleichzeitige Führung des Verwaltungsrats und des Vorstands zu verbieten.

Zugleich hatte die CtW Investment Group, die Pensionsfonds berät, die Versammlung aufgefordert, sich gegen die Wiederwahl von drei Aufsichtsräten zu stellen: Antonio Gracias (Private Equity-Investor), Kimbal Musk (Elon Musks Bruder) James Murdoch (Chef der Twenty-First Century Fox).

Musk, den viele Anhänger verehren und den Kritiker mitunter als Hochstapler bezeichnen, hatte in den vergangenen Monaten mit schlechten Nachrichten aber auch mit sich selbst zu kämpfen. Unfälle mit dem Fahrassistenzprogramm "Autopilot" sorgten ebenso für Negativschlagzeilen wie verbale Entgleisungen des Konzernchefs und seine mitunter den Tag gelegte Arroganz gegenüber kritisch nachfragenden Analysten und Journalisten. Musk wirkte zuletzt zunehmend gereizt, bei einer Konferenzschalte kanzelte er nach Vorlage der Quartalszahlen Analysten ab, deren Fragen er langweilig und "nicht cool" fand. Er halte es jedoch für "ziemlich wahrscheinlich", dass Tesla bis Ende Juni sein bereits mehrfach verschobenes Ziel erreicht, pro Woche 5000 Stück seines ersten günstigeren Autos zu fertigen. Am Finanzmarkt, wo es lange nur bergauf ging, sieht es nicht mehr so gut aus - die Tesla-Aktie ist im Jahresvergleich um 17 Prozent gesunken. Elon Musk musste auf der Hauptversammlung im kalifornischen Mountain View einräumen, dass die Kapazität derzeit bei 3.500 Autos pro Woche liege. Das hatte sich Tesla eigentlich schon für Ende 2017 vorgenommen. Von dessen Erfolg hängen die langfristigen Gewinnaussichten des Unternehmens ab. Bei Twitter wetterte er kürzlich gegen die "grossen Medien" und angeblich unfaire Berichte. An diesem Zustand will Elon Musk dringend etwas ändern.


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