Das Verschwinden der Buchkäufer: Immer weniger Zeit fürs Bücherlesen - Kultur

Sorgen bereitet der Branche der Rückgang der Buchkäufer um 6,4 Millionen zwischen 2013 und 2017. Das drückt auf die Umsätze: Die deutsche Buchbranche verzeichnete im vergangenen Jahr einen Umsatzrückgang von 1,6 Prozent.

Angesichts der rückläufigen Zahl der Käufer will die Branche neue Wege gehen. Über alle Generationen hinweg, den stärksten Schwund gibt es aber in den Altersgruppen von 20 bis 50 Jahren.

Ein Ergebnis der am Donnerstag veröffentlichten Studie: Beliebte neue Serien wie etwa bei Netflix sind zur großen Konkurrenz fürs Buch geworden.

Diese Funktion hat früher das Buch übernommen. Aber Bücher sind heute "kein großes Gesprächsthema" mehr, stellt die Studie fest. Dies erschwere den Menschen den Zugang zum Buch - und macht Nicht-Lesen generell akzeptabel. Zudem fehle den Menschen am Buchmarkt mit seiner immer noch gigantischen Flut von jährlich mehr als 70.000 Titeln die Orientierung, heißt es weiter.

Wie können die Abwanderer nun zurückgewonnen werden? "Das Buch muss zum Konsumenten kommen", sagt der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, Alexander Skipis. Hier eine Auswahl: Bücher an "unerwartete Orte" wie beispielsweise Fitnessstudios bringen, eine App mit persönlichen Empfehlungen entwickeln, Leseproben an öffentlichen Orten wie Friseur oder Wartezimmer platzieren oder mit Events die Buchhandlungen zu Treffpunkten entwickeln. Das Lesen soll damit wieder als emotionales Erlebnis und Erweiterung des Horizonts wahrgenommen werden.

Die Hoffnungen auf das E-Book als Umsatz-Treiber haben sich dagegen nicht erfüllt. Wer Bücher kauft, der gibt dafür mehr Geld aus.

Es ist ein gutes Beispiel dafür, dass sich hinter nahezu stabilen Umsatzzahlen tiefgreifende Veränderungen verbergen können: Trotz der Einführung von Facebook, Twitter oder WhatsApp haben die Erlöse in der Buchbranche kaum gelitten - 2002 waren es 9,22 Milliarden Euro, im vergangenen Jahr 9,13 Milliarden Euro, die Zahlen bewegten sich im gesamten Zeitraum in einem Korridor zwischen 9,1 und 9,7 Milliarden Euro.

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