Deutschland - HIV-Selbsttests sollen bald leichter erhältlich sein

Die WHO empfiehlt seit 2016 den Einsatz von HIV-Selbsttests, um die Diagnoseraten zu steigern.

In Deutschland sollen ab Herbst HIV-Selbsttests für zu Hause möglich sein.

Die Deutsche Aids-Hilfe sprach von einem wichtigen Fortschritt. "Es lohnt sich, Bescheid zu wissen!" Bereits im letzten Sommer hatten sich Vertreter von Ärzten, Ländern, der Gesundheitsdienste und der Selbsthilfe-Organisationen gegenüber dem Ministerium für eine Freigabe der HIV-Schnelltests ausgesprochen. "Da Selbsttests von Menschen angewendet werden, die einen autonomeren Weg der Testung wünschen und sich bislang gar nicht oder nicht regelmäßig testen lassen, erhöht sich durch die Abgabe der Selbsttests die Wahrscheinlichkeit, dass Infektionen zu einem früheren Zeitpunkt erkannt und behandelt werden und dadurch die Weitergabe von Infektionen verhindert wird", heißt es im Referentenentwurf aus dem Gesundheitsministerium, der den Funke-Zeitungen vorliegt. Gründe können Scham oder Angst vor einer negativen Bewertung ihres sexuellen Verhaltens sein.

Denn heute sei klar: "Je früher man von seiner HIV-Infektion erfährt, desto besser", so Urban.

Ein HIV-Test empfiehlt sich immer, wenn eine Übertragung stattgefunden haben könnte. Insgesamt sind in der Bundesrepublik knapp 90.000 Menschen mit dem Erreger der Immunschwächekrankheit Aids infiziert. Wer den Selbsttest durchführen wolle, solle sich vorher gut über geeignete Fabrikate informieren. Auch Menschen, die Arztbesuche scheuen, hätten so die Möglichkeit, sich zu testen. (Links zu Informationen und Beratungsangeboten siehe unten). Experten schätzen nämlich, dass sich aktuell etwa 13.000 Deutsche mit dem Virus angesteckt haben ohne dass sie das wissen. Mit späten Diagnosen sind auch höhere Behandlungskosten und ein größeres Sterbe-Risiko verbunden.

"Um Spätdiagnosen zu vermeiden, brauchen wir möglichst vielfältige passgenaue Testmöglichkeiten für verschiedene Zielgruppen". Seit kurzer Zeit kann der Selbsttest dort in Apotheken gekauft werden.

Die Deutsche AIDS-Hilfe setzt sich mit ihrer Kampagne "Kein Aids für alle - bis 2020!" für frühe Diagnosen ein. "Wir müssen uns für einen respektvollen und selbstverständlichen Umgang mit HIV-positiven Menschen stark machen", betont Urban.


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