Gegen Absturz der Lira: Türkische Notenbank hebt Leitzins weiter an

Deutlich aufgewertet hat die türkische Lira.

Die türkische Zentralbank hat heute ihren Leitzinssatz um 1,25 % auf 17,75 Prozent erhöht und damit einen weiteren Schritt unternommen, um ihre geldpolitische Unabhängigkeit zu behaupten. Die Straffung löste einen Kurssprung der Währung des Landes aus: Der Dollar verbilligt sich im Gegenzug binnen Minuten auf 4,464 von zuvor 4,578 Lira. Für diesen Dollar werden nun 4,50 Lira bezahlt. Seit Wochenbeginn hat der Euro fast zwei US-Cent zugelegt.

Schon am 23. Mai hatte die Zentralbank erfolgreich die Zinsen angehoben. Hinzu kamen Zweifel, ob die Zentralbank die zweistellige Inflationsrate zu drücken vermag. Um den freien Fall der Lira zu stoppen, hatten sich die Währungshüter bereits im vorigen Monat auf einer Krisensitzung zu einer kräftigen Zinserhöhung um drei Prozentpunkte durchgerungen.

Dies hatte den Abwertungstrend gebremst. So wurde der Einwochenzins zum Schlüsselzinssatz erklärt - statt wie bisher der Spätausleihungssatz.

"Trotz der milden Aussichten für die Nachfragesituation sind die Inflation und die Inflationserwartungen weiterhin mit Risiken für das Preisverhalten verbunden", sagte die Notenbank in einer Erklärung nach ihrer letzten Sitzung des geldpolitischen Ausschusses vor den nationalen Parlamentswahlen am 24. Juni. Erdogan hatte im vergangenen Jahr knapp eine Volksabstimmung gewonnen, in der sich die Türken für die Einführung einer exekutiven Präsidentschaft aussprachen.

Zuletzt hat sich der Präsident mit öffentlichen Äußerungen zur Geldpolitik zurückgehalten, nachdem er vor wenigen Wochen mit Forderungen nach mehr Einfluss auf die Notenbank für hohen Druck auf die Lira gesorgt hatte.


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