IWF: IWF gewährt Argentinien Kredit über 50 Milliarden Dollar

Nur wenige Wochen nachdem Argentinien zum Vorboten der anstehenden finanziellen Kernschmelze der Schwellenländer wurde, gewährte der Internationale Währungsfonds dem Land einen Mega-Kredit - mit den üblichen Austeritätsauflagen. "Wir haben uns an den IWF gewandt, um eine Krise zu vermeiden", sagte der argentinische Finanzminister Nicolás Dujovne bei einer Pressekonferenz in Buenos Aires.

Hintergrund der Finanzhilfe ist ein Verfall der argentinischen Landeswährung - viele Investoren ziehen derzeit ihr Geld aus Schwellenländern ab.

Die Regierung von Präsident Mauricio Macri verpflichte sich im Gegenzug, das Haushaltsdefizit deutlich schneller abzubauen. Der frei schwebende Peso wurde im Mai um rund 25 Prozent abgewertet. Eine anhaltende Dürre, die die argentinischen Agrarexporte beeinträchtigte, und der Anstieg der Erdölpreise hätten die Staatsfinanzen zusätzlich unter Druck gesetzt, so Finanzminister Dujovne. Der für 2018 zunächst geplante Abbau auf 3,2 Prozent wurde nach dem Abkommen mit dem IWF auf 2,7 Prozent beschleunigt. Das Primärdefizit Argentiniens betrug 3,9 Prozent des Staatsetats in 2017.

Die Kreditvereinbarung laufe über drei Jahre, zunächst werde es eine "Sofortzahlung" von 15 Milliarden Dollar geben, berichtete Dujovne.

Die konservative Regierung Macris hat seit der Amtsübernahme von der populistischen Staatschefin Cristina Fernández de Kirchner Ende 2015 Maßnahmen zur Liberalisierung der Wirtschaft getroffen. Nach dem Anstieg der Wirtschaftsleistung 2017 mit einem Plus von 2,9 Prozent hat die Regierung auch angesichts der bevorstehenden Sparvorhaben die Konjunkturerwartungen für 2018 stark gesenkt.


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