Bericht von "Politico" - Mitarbeiter von Trump müssen zerrissene Dokumente retten

US-Präsident Donald Trump hegt eine kuriose Angewohnheit: Er zerreißt sämtliche Dokumente, die er für seine Arbeit nicht mehr benötigt. Die Dokumentationsabteilung muss sie dann wieder mühsam mit Klebeband zusammensetzen. Manchmal seien die Papiere nur einmal in der Mitte geteilt, manchmal seien sie "wie Konfetti" in Stücke gerissen. Das Gesetz verlangt, dass jede Korrespondenz, auch die private, des Präsidenten und Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten für die Nachwelt aufgehoben und archiviert werden muss. Doch einem Bericht zufolge gibt es ein Problem: Unversehrt kommen die Dokumente von Donald Trump nicht zurück. Eine harmlose Angewohnheit - wenn da nicht der sogenannte Presidental Record Act wäre.

Die Mitarbeiter im Weißen Haus hätten schnell herausgefunden, dass es unmöglich sei, Trump davon abzuhalten, Schriftstücke zu zerreißen und in den Papierkorb oder auf den Boden zu werfen, schreibt "Politico" unter Berufung auf "mit der Praixs vertraute Personen". Stattdessen hätten sie beschlossen, hinter ihm aufzuräumen, um sicherzustellen, dass der Präsident nicht gegen das Gesetz verstößt. "Wir verdienen 60.000 Dollar im Jahr, wir sollten wichtigere Dinge tun, als das". "Es fühlte sich wie die niedrigste Arbeit an, die man ausführen kann, abgesehen vom Leeren der Mülleimer".

"Es ist wie ein Puzzle", sagt Solomon Lartey, der unter der Trump-Regierung für einige Zeit als "records management analyst" arbeitete und mit einem ganzen Team die kleinen Papier-Teilchen zusammenfügte.

Lartey wurde in diesem Frühling kurzfristig entlassen. Das Weiße Haus weigerte sich, zu diesen Informationen Stellung zu nehmen.

"Politico" hatte die nun Arbeitslosen laut eigenen Angaben kontaktiert, um mit ihnen darüber zu reden, warum ihnen die Arbeitsstellen gekündigt wurden, von denen sie angenommen hatten, dass sie sie bis zu ihrer Pensionierung behalten könnten.

Selbst gutes Zureden half beim US-Präsidenten offenbar nicht.


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