Trump verlässt G7-Gipfel in Kanada frühzeitig

Er habe die US-Vertreter angewiesen, "das Kommuniqué nicht zu unterstützen", twittert Trump, der sich auf dem Weg zu seinem historischen Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un in Singapur befindet. Donald Trump hatte zuvor noch auf dem Gipfel darauf hingewiesen, dass die Zollbelastung für Importe in Kanada und der EU insgesamt deutlich höher sei als in den USA - selbst nach Berücksichtigung der jüngsten Strafmaßnahmen aus Washington. Der hatte am Samstag in seiner Abschluss-Pressekonferenz gesagt, die Strafzölle gegen die EU und Kanada, die Trump mit der Wahrung der amerikanischen Sicherheitsinteressen begründet, seien "etwas beleidigend". Dies sei "sehr unehrlich und schwach" - eine drastische Aussage, wo Kanada doch zu den engsten Verbündeten der USA gehört.

Kurz zuvor hatten die USA und die sechs anderen G-7-Staaten sich trotz tief greifender Differenzen auf eine gemeinsame Abschlusserklärung geeinigt. Beim Thema Handelsüberschuss droht Trump vor allem den Deutschen.

Kurz vor seiner Abreise vom Gipfel im kanadischen La Malbaie sagte er, er habe bei den G7-Partnern für eine gemeinsame Handelszone ohne Zölle und andere Barrieren sowie ohne Subventionen geworben.

Trotz des Streits auf dem Gipfel über die von ihm verhängten Sonderzölle auf Stahl und Aluminium bezeichnete Trump den G7-Gipfel als großen Erfolg. Holte man noch Japan ins Boot, hätte man ein Abkommen aller G-7-Staaten.

Trumps Wirtschaftsberater Larry Kudlow machte Kanada für den US-Rückzieher verantwortlich. In Wahrheit sei es Kanada, dass "enorme Zölle" erhebe. Roland Paris, ein früherer außenpolitischer Berater Trudeaus, griff Trumps Fehdehandschuh auf und twitterte: "Großer harter Kerl, sobald er zurück in seinem Flugzeug ist. Der Premierminister hat nichts gesagt, was er nicht bereits zuvor gesagt hat - sowohl öffentlich, als auch in privaten Konversationen mit dem Präsidenten".

Aus dem Konzept bringt der US-Präsident die anderen Staatenlenker nach dem Gipfel nun noch viel mehr: Es ist ein beispielloser Eklat, den es in der 40-jährigen Geschichte des G7-Forums noch nicht gegeben hat. Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte: "Für uns war wichtig, dass wir einen regelbasierten Handel als Bekenntnis haben, dass wir weiter gegen Protektionismus vorgehen und dass wir die WTO reformieren wollen". Ein Regierungssprecher teilte mit, Deutschland stehe zu dem gemeinsam vereinbarten Kommuniqué. "Wir halten an dem Communiqué fest, so wie es von allen Teilnehmern vereinbart wurde", sagte ein Sprecher von EU-Ratspräsident Donald Tusk in der Nacht zu Sonntag der Nachrichtenagentur DPA.

Auch der französische Präsident Emmanuel Macron kritisierte Trump.

US-Präsident Trump sitzt, die Hände vor der Brust verschränkt. "Die Amerikaner stehen zu Euch, auch wenn es unser Präsident nicht macht", schrieb McCain, der an einem Hirntumor erkrankt ist. Er ist so wie Trump Republikaner.

Unterdessen hat Russlands Präsident Wladimir Putin scharfe Kritik an der G7-Gruppe geübt und ein baldiges bilaterales Treffen mit US-Präsident Donald Trump vorgeschlagen. Einmal davon abgesehen, dass solche und andere Äusserungen Trumps die Frage aufwerfen, ob der Präsident die Ökonomie des Welthandels überhaupt versteht, versicherte Trump, er wolle Freihandel ohne Zölle und Besteuerungen.


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