Vernehmung noch in der Nacht: Fall Susanna: Ali B. zurück in Deutschland

Dort könne er im Fall einer Suizidgefährdung besser überwacht werden, hieß es in Ermittlerkreisen. Von der geplanten Rückkehr nach Deutschland hatten zunächst der "Wiesbadener Kurier" und die "Allgemeine Zeitung Mainz" berichtet.

Die Zeitung berichtete ebenfalls unter Berufung auf den örtlichen Polizeichef, dass Verwandte von Ali B. sie zu dessen Aufenthaltsort in der Stadt Zakho geführt hätten. "Als wir ihn verhörten, hat der junge Mann aus Kurdistan gestanden, die junge Deutsche getötet zu haben", sagte der Polizeichef der nordwestirakischen Stadt Dohuk, Tarik Ahmad, am Samstag.

Nach seiner Ankunft in Deutschland wird der Verdächtige im Mordfall Susanna, Ali B., mehrere Stunden vernommen - und er macht offenbar ausführliche Angaben.

Der 20-Jährige hatte zuletzt in einer Wiesbadener Flüchtlingsunterkunft gelebt.

Kalida M. gab an, ihr Sohn habe ihr gesagt, er könne sich an die Tat nicht erinnern, weil er betrunken gewesen sei.

Das Vorgehen ist bedeutsam für die weiteren Schritte im Fall Ali B. Die Bundespolizei darf nur auf deutschem Boden aktiv werden, ein Einsatz der Beamten im Nordirak mit einer Festnahme des Verdächtigen wäre nach deutschem Recht unzulässig. Sie sagte: "Das unfassbare Leid, das der Familie und dem Opfer widerfahren ist, berührt jeden und erfasst auch mich". Nach offiziellen Statistiken ist die Gewaltbereitschaft von Flüchtlingen aber nicht höher als die anderer Bevölkerungsgruppen, wenn man berücksichtigt, dass überdurchschnittlich viele junge Männer zwischen 18 und 30 Jahren unter den Migranten sind - wie Ali B. In dieser Gruppe ist auch unter Deutschen die Kriminalität höher. Wenn die Tat bewiesen sei, müsse die Justiz "mit aller Klarheit ein Urteil sprechen". Nach der Landung in Frankfurt am Abend führten maskierte Bundespolizisten den 20-Jährigen zu einem Hubschrauber, der ihn zur Vernehmung nach Wiesbaden brachte. Am Sonntag sollte er den Angaben zufolge im Laufe des Tages einer Ermittlungsrichterin des Amtsgerichts Wiesbaden vorgeführt werden. Dann werde ihm der Haftbefehl eröffnet.

Der Tatverdächtige im Todesfall Susanna wird am 09.06.2018 in Wiesbaden von Beamten einer polizeilichen Spezialeinheit aus einem Helikopter zum Polizeipräsidium Westhessen gebracht.

Der junge Mann war in der Nacht auf Freitag im Nordirak von kurdischen Sicherheitsbehörden festgenommen worden.

Am Sonntag sind in Mainz, dem Heimatort des getöteten Mädchens, mehrere Demonstrationen geplant. Die Bürgerrechtsbewegung "Solidarität" etwa meldete eine Demo in der Innenstadt an. Die Initiative "Beweg was!" kündigte für 15 Uhr auf dem Ernst-Ludwig-Platz in Mainz am Schloss eine Kundgebung an.

Die "Gutmenschliche Aktion Mainz" lädt dort zu einer Trauerkundgebung ein, um sich gegen Rassismus zu wenden. Die AfD-Landtagsfraktion veranstaltete am Nachmittag eine Mahnwache vor der rheinland-pfälzischen Staatskanzlei mit rund 100 Teilnehmern.

Bereits am Freitagabend versammelten sich Menschen in der Nähe des Fundorts der Leiche zu einem Trauermarsch in Gedenken an Susanna. Das Mädchen war am Mittwoch in Wiesbaden tot aufgefunden worden.

Der Fall löste bereits eine heftige politische Debatte aus. Das Mädchen habe versucht, die Polizei anzurufen, was Ali B. dann dazu getrieben habe, die 14-Jährige zu erwürgen.

Jetzt ging es ganz schnell: Der Tatverdächtige im Fall Susanna ist im Nordirak festgenommen worden.

Im Islam wie auch in anderen Religionen gebe es patriarchalisch geprägte Normen, die Gewalt und sexuelle Übergriffe legitimierten, sagte die Forscherin. Die schnelle Auslieferung nach Deutschland sei gut. Die Frau hat mit dem Auslandssender Deutsche Welle gesprochen.


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