Währung Glücksspiele Schweiz:Hochrechnung: Schweizer für Online-Casinos und gegen Vollgeld

Münzen und Banknoten als Zahlungsmittel machten derzeit nur zehn Prozent der umlaufenden Geldmenge aus, rund 90 Prozent seien elektronisches Geld, das auf Bankkonten lagere, und damit kein "echtes Geld", erklären die Initiatoren, hinter denen ein Verein steht.

Die weltweit bislang einzigartige "Vollgeld"-Initiative wollte, dass künftig nur noch die als Notenbank fungierende Schweizerische Nationalbank (SNB) neues Geld schöpfen und in Umlauf bringen kann". Der Schweizer Bankenverband und die Regierung begrüßten das Votum vom Sonntag. So soll das Geld unabhängig von möglichen Bankenpleiten werden. Die Umsetzung der Initiative hätte für jahrelange Probleme gesorgt, sagte Finanzminister Ueli Maurer auf einer Pressekonferenz.

Der Vorschlag hätte auch eine Neugestaltung der Geldpolitik in der Schweiz nach sich gezogen. Im Ausland hatte der Vorstoß für Aufsehen gesorgt.

Banken hätten dann kein eigenes Geld mehr schaffen dürfen.

Genf. Die Schweizer stimmen am Sonntag in einem Referendum über ein neues Glücksspielgesetz ab, das Online-Wetten stark reglementieren und im Kampf gegen die Spielsucht helfen soll. Solche Netzsperren könnten die Tür zu staatlicher Internet-Zensur in anderen Bereichen aufstoßen, so die Kritik. Die Schweizer Regierung will damit sicherstellen, dass sich alle Glücksspielanbieter an strikte Regeln etwa zum Ausschluss bekannter Spielsüchtiger halten. Ein Bündnis aus Jugendorganisationen mehrerer Parteien hatte die erforderlichen 50.000 Unterschriften gesammelt, um das Referendum zu erzwingen. "Das Abstimmungsergebnis zeigt, dass das Schweizer Stimmvolk das heutige stabile und leistungsfähige Wirtschafts- und Geldsystem schätzt und nicht in einem leichtfertigen Experiment aufs Spiel setzen will". Sie sollen ihr Geld nun auf Online-Portalen bestehender Schweizer Casinos einsetzen. Laut Sommaruga geben Schweizer Spieler bisher etwa 250 Millionen Schweizer Franken im Jahr auf nicht regulierten Glücksspiel-Websites im Ausland aus, die keine Steuern abführen. Knapp 54 Prozent der Befragten sprachen sich gegen die Bewilligung eines Kredits in Höhe von umgerechnet 86 Millionen Euro aus.


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