Nordkorea: Donald Trump & Kim Jong Un unterzeichnen Vereinbarung

Trump berichtete, seinerseits habe Nordkorea angefangen, eine große Testanlage für Raketentriebwerke zu zerstören, wie ihm Kim bei ihren Gesprächen berichtet habe. "Es läuft sehr, sehr gut", rief Donald Trump einigen Reportern zu, bevor er sich kurz vor zehn Uhr morgens mit Kim Yong Un zu einer weiteren Verhandlungsrunde im Beisein enger Vertrauter im luxuriösen Capella Hotel auf der Insel Sentosa zusammensetzte. Beide Staaten verpflichten sich darin, neue, friedliche Beziehungen zu schaffen und sich um ein "stabiles Friedensregime" auf der koreanischen Halbinsel zu "bemühen".

Das greifbare Ergebnis des Gipfels schließlich ist ein Dokument, das beide während einer großen Zeremonie an einem schweren, flaggengesäumten Holztisch unterzeichnen. Als die Schalte vorbei ist, sagt der CNN-Moderator, Rodman "sei die beste Ressource um die beiden Männer", also Kim und Trump, "zu verstehen". Als er am Montag bekannt wurde, reagierten in Washington erfahrene Diplomaten und Sicherheitspolitiker entsetzt. Anschließend kamen beide Delegationen zu einem Arbeitsessen zusammen, bevor die Vereinbarung unterzeichnet wurde. Dass Kim mit einem chinesischen Flugzeug nach Singapur reiste, zeigt symbolhaft, dass ohne Peking nichts geht im Konflikt mit Nordkorea. Etwa 1993, als Nordkorea und die USA sich schon einmal darauf einigten, ein atomwaffenfreies Korea und friedlichere Beziehungen anzustreben. Nachdem sein Land wegen seiner provokativen Atomwaffen- und Raketentests von der internationalen Gemeinschaft politisch und wirtschaftlich weitgehend isoliert worden war, betrat er mit der Begegnung die diplomatische Bühne. Der US-Präsident zeigt dem nordkoreanischen Diktator seine gepanzerte Limousine und erkundigt sich beim gemeinsamen Mittagessen bei den Fotografen, ob auf den Bildern alle "gut, hübsch, dünn und perfekt" aussehen. Wegen des knappen Zeitplans habe man allerdings noch keine Details beschließen können, sagte Trump. Deshalb verdient das Treffen in Singapur Anerkennung und macht Hoffnung, dass daraus wirklich die nukleare Abrüstung Nordkoreas folgen und ein dauerhafter Frieden auf der koreanischen Halbinsel entstehen könnte.

Außerdem verkündete Trump das baldige Ende des Koreakrieges.

Die Sanktionen gegen Nordkorea bleiben nach Trumps Worten vorerst in Kraft. Nordkorea hatte zur Lösung des Atomkonflikts ein "synchrones" und "phasenweises" Vorgehen vorgeschlagen. "Der Krieg ist seit 70 Jahren nicht beendet, aber er wird bald enden", sagte Trump. Als Trump in der Pressekonferenz darauf angesprochen wird, entgegnet er, dass dies noch passieren werde. Das Weiße Haus veröffentlichte den Text im Netz. Russlands Vizeaußenminister Rjabkow verlangte aber, die Gespräche müssten nun im bewährten Sechser-Format unter Einbeziehung Pekings und Moskaus fortgesetzt werden. "Die IAEA wird den nun folgenden Verhandlungen zur Umsetzung des Gipfels zwischen den USA und Nordkorea genau folgen". Umgekehrt kann sich Trump auch vorstellen, "zu einem bestimmten Zeitpunkt" selbst Pjöngjang zu besuchen.

Auch ein letzter Versuch der Amerikaner scheiterte, zusammen mit Südkorea, China, Russland und Japan die Nordkoreaner im Rahmen der sogenannten "Sechs-Parteien-Gespräche" zur Abrüstung zu bewegen. Die IAEA ist weltweit im Einsatz, um die ausschließlich friedliche Nutzung von Atomenergie zu überwachen. Und vor allem China wird nicht nur einfach zuschauen, sondern seinen Einfluss und seine Interessen geltend machen. Die IAEA-Inspekteure waren 2009 aus Nordkorea verwiesen worden, kurz vor dem zweiten Atombombentest des Landes.


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