Wut-Eklat beim G7-Gipfel in Kanada: Donald Trump beschimpft Justin Trudeau

"Wir handeln dann auch", sagte sie am Sonntagabend mit Blick auf die verhängten US-Einfuhrzölle auf Stahl und Aluminium.

Zudem dominierte der US-Präsident mit überraschenden Vorstößen das Gipfelgeschehen. Sie beschuldigten Trudeau, der diese Aussagen zuvor mehrfach öffentlich und nach seinen Darstellungen auch direkt im Gespräch mit Trump vorgebracht hatte, einen "Dolchstoß" gegen Trump ausgeführt zu haben.

Das Weiße Haus hat dem kanadischen Ministerpräsidenten Justin Trudeau Heimtücke vorgeworfen. Merkel ging in der ARD-Sendung freundlich im Ton, aber hart in der Sache mit dem US-Präsidenten ins Gericht. Trump gegen Merkel und den Rest der G-7. "Aber die Kündigung dieses Kommuniqués ist jetzt natürlich schon ein einschneidender Schritt", stellte die Kanzlerin klar. Gleichzeitig machte sie deutlich, an dem Format festhalten zu wollen.

Nun schlug Trump, der den Gipfelort bereits am Samstagvormittag verlassen hatte, zurück. Das Thema Klimaschutz wurde von vorneherein ohne Trump verhandelt. Auf seiner Pressekonferenz zum Gipfelende hat Trudeau seine Absicht bekräftigt, zum 1. Juli mit Vergeltungszöllen auf US-Produkte zu antworten.

Dem Vorhalt Wills, sie lasse sich von Trump ein ums andere Mal ihre Machtlosigkeit vorführen, widersprach die Kanzlerin. Sie sei überrascht, wie schwer es nun sei, in manchen Bundesländern in die Tat umzusetzen, was im Koalitionsvertrag vereinbart worden sei, sagte Merkel.

Das Büro von Trudeau wies die Anschuldigungen von Trump zurück. Dafür seien "umfangreiche Verhandlungen" erforderlich. Um ihn herum: die anderen Staats- und Regierungschefs des G7-Gipfels, stehend.

Auch in Paris war der Unmut über Trumps impulsiven Politikstil offensichtlich. Zwar versicherte der sterbenskranke Senator John McCain in einem Tweet: "Die Amerikaner stehen zu Euch, auch wenn es unser Präsident nicht macht".

Für den Skandal im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), der in den letzten Wochen Deutschland erschütterte, übernahm die Kanzlerin die Verantwortung. Daher und wegen der Zölle auf Agrareinfuhren aus den USA, habe er seine Vertreter angewiesen, das Communique nicht zu befürworten. Ein vereintes Europa sei die Antwort auf Trumps "America First". "Diese Vereinbarung ist eine gute Nachricht und zeigt den gemeinsamen Wunsch, die Dinge zu stabilisieren", sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron.

Kehrtwende: Nach der Verhängung von Strafzöllen spricht Donald Trump plötzlich von einer Freihandelszone der G7-Staaten. Sein Urteil ist vernichtend. Trumps Ärger hatte sich an dessen Ankündigung entzündet, als Reaktion auf die Strafzölle der USA Gegenzölle zu erheben.

"Wir haben zwei Tage verbracht, um einen Text und Verpflichtungen zu haben", hieß es in der Erklärung des französischen Präsidialamtes weiter. "Wir halten uns daran, und wer auch immer diesen Absprachen den Rücken zukehrt, zeigt Zusammenhanglosigkeit und Unhaltbarkeit". "Das ist ein Verrat", sagte Kudlow.

Das Interview mit Kudlow auf CNN.

US-Außenminister Mike Pompeo lobte die diplomatische Leistung der europäischen Partner beim Zustandekommen des Gipfeltreffens zwischen Trump und Kim Jong Un.

Das sei eine der schlimmsten politischen Fehlkalkulationen der modernen kanadischen Geschichte gewesen, so Navarro weiter.

Auf die Idee von Trump, Russland wieder zu den Treffen einzuladen, reagierte sie vorsichtig entgegenkommend: "Ich kann mir das vorstellen, dass Russland wieder dazukommt", sagte Merkel.

Aus Trumps Delegation verlautete zunächst, der früher abgereiste Präsident trage das Communiqué mit. Der hatte am Samstag in seiner Abschluss-Pressekonferenz gesagt, die Strafzölle gegen die EU und Kanada, die Trump mit der Wahrung der amerikanischen Sicherheitsinteressen begründet, seien "etwas beleidigend". Immerhin hätten die Europäer hart verhandelt und seien "schmerzhafte Kompromisse" eingegangen, um auf dem Gipfel in La Malbaie eine Einigung auf die abschließende Erklärung zu erreichen. Das sei "unehrenhaft und schwach", twitterte Trump. "Besonders nicht, weil die Zölle mit einer Bedrohung der nationalen Sicherheit gerechtfertigt werden". Das sei "ziemlich beleidigend" für Kanadier, die "seit dem Ersten Weltkrieg" immer wieder "Schulter an Schulter" mit US-Soldaten kämpften. Trudeau hingegen habe Trump hintergangen.

Kanadas Premierminister ließ Trumps Anschuldigungen zurückweisen. Bei Gesprächen in China charakterisierte der Kreml-Herrscher die Kritik der G7 an Moskau als "Gelaber" und drängte einmal mehr auf ein baldiges Treffen unter Männern: Putin und Trump.


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