HPV: STIKO empfiehlt Impfung auch für Jungen

Nun ist die Ständige Impfkommission (STIKO) den Argumenten gefolgt und hat beschlossen, die HPV-Impfung auch für Jungen im Alter zwischen 9 und 14 Jahren zu empfehlen. Die Impfempfehlung für Mädchen bleibt unberührt. Damit wollte der Wegbereiter der HPV-Impfung ausdrücken, dass die Impfung von Mädchen nicht ausreichend ist.

Im Jahr 2008 erhielt der Forscher Harald zur Hausen den Medizin-Nobelpreis für die Entdeckung des Zusammenhangs von Humanen Papillomaviren (HPV) und Krebs. "Sie sind abgesehen vom Gebärmutterhalskrebs von allen anderen Erkrankungen genauso, wenn nicht sogar noch mehr betroffen als die Mädchen", sagte Jürgen Riemann, Vorsitzender des Kuratoriums der Deutschen Krebsstiftung. Damit seien Männer die wichtigsten Verbreiter der Infektion. Doch die HP-Viren können auch Penis- oder Analkrebs auslösen, sind für Tumoren im Mund- und Rachenraum sowie für Feigwarzen verantwortlich. "Die HPV-Impfung für beide Geschlechter ist eine echte Krebsprophylaxe", betonte Riemann. Doch ohne eine offizielle Empfehlung der STIKO, zahlen die Kassen die Immunisierung nicht. Die Impfung nimmt bei den Jungen in der Regel der Hausarzt oder ein Kinder- und Jugendarzt vor. Ob dies allerdings in Deutschland erreicht werden kann, bezweifelt der Wissenschaftler. "Doch angesichts der in Deutschland skandalös niedrigen HPV-Impfrate von Mädchen, die gerade mal bei 40 Prozent liegt, sind wir meilenweit von einem solchen Gemeinschaftsschutz entfernt". Bei Frauen, die im Rahmen der Zulassungsstudien die Impfung erhalten hatten, wurde kein einziger Fall von HPV-bedingten Krebsarten festgestellt.

Im Anschluss prüft der Gemeinsame Bundesausschuss binnen drei Monaten die Kostenübernahme seitens der Kasse
Im Anschluss prüft der Gemeinsame Bundesausschuss binnen drei Monaten die Kostenübernahme seitens der Kasse

Voraussichtlich Anfang 2019 wird der rechtswirksame Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) vorliegen und die HPV-Impfung für Jungen in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen. Eltern, die ihre Söhne umgehend impfen lassen möchten, sollten bis dahin eine mögliche Kostenübernahme direkt mit ihrer Krankenkasse besprechen. Die Empfehlung gilt formal erst ab Veröffentlichung im Epidemiologischen Bulletin.

Sicherer Sex auch für Jungen - BKK VBU übernimmt Kosten der HPV-Impfung / Ein junger Mann wird geimpft.


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