Irak: Feuer in Lager mit Wahlurnen gefährdet Neuauszählung

Wie das Staatsfernsehen unter Berufung auf Angaben des Innenministeriums berichtete, brach das Feuer in einem von vier Lagerhäusern aus, in denen sich Wahlurnen mit abgegebenen Stimmen befunden hatten. Auch der Parlamentsabgeordnete Abdelhadi al-Sadaui äußerte die Vermutung, dass das Feuer durch Brandstiftung ausgelöst wurde.

Seit der Wahl vor rund einem Monat gibt es Streit um Stimmenfälschungen.

Auf Bildern, die online verbreitet wurden, ist eine dichte Rauchwolke über den Gebäuden zu sehen.

Wegen massiver Betrugsvorwürfe hatte das irakische Parlament am Mittwoch die Neuauszählung der rund zehn Millionen Stimmen beschlossen. Diese solle auch klarstellen, wie groß der Schaden ist.

"Das war ein vorsätzlicher Akt, ein geplantes Verbrechen, das den Betrug und die Wahlmanipulation verschleiern sollte", sagte Parlamentschef Salim al-Jabouri. Es blieb zunächst unklar, ob Stimmzettel verbrannten und ob die erneute Auszählung durch den Vorfall beeinflusst wird.

Ende Mai hatte die Wahlkommission wegen Unregelmässigkeiten bereits die Ergebnisse aus mehr als 1000 Wahllokalen für ungültig erklärt. Die meisten Kisten mit den Wahlunterlagen seien aber verschont geblieben. Forderungen nach einer Annullierung der Wahlergebnisse wurden insbesondere in der autonomen Kurdenregion im Norden des Irak sowie aus den Reihen der etablierten Parteien laut.


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