Moderator Jochen Schropp outet sich

Jetzt macht er einen Schritt, den er eigentlich schon lange hat gehen wollen.

Später wirkte er im "Polizeiruf 110" sowie in mehreren Rosamunde-Pilcher-Verfilmungen für das ZDF mit und moderierte unter anderem TV-Shows wie "Promi Big Brother" und "X Factor". Ihm habe es ganz schön Angst gemacht.

Auch im Jahr 2018 sei es ihm daher nicht leichtgefallen, diesen wichtigen Schritt zu wagen: "Ich gestehe: Ich wurde in den letzten Jahren immer wieder von Angst getrieben". "Das erste Mal wollte ich mich vor vier Jahren outen, habe dann aber kalte Füße bekommen", sagt Schropp. Außerdem kam zu diesem Zeitpunkt hinzu: "Einer der Gründe war, dass mir meine damalige Schauspielagentur davon abgeraten hat. Mir wurde gesagt: Mach das lieber nicht, es wird dir schaden".

Die Rollenangebote, die er bisher bekommen hatte, würden ihm nach seinem Outing wahrscheinlich nicht mehr angeboten: "Ich bin halt kein Charakterdarsteller, sondern eher auf den Schwiegersohn oder den Herzensbrecher abonniert".

Lange schon wissen Freunde und Kollegen über Jochens Homosexualität Bescheid. Nach seinem Outing gegenüber den Eltern habe seine Mutter "dann Selbsthilfebücher gelesen, von anderen Müttern mit schwulen Söhnen - was ja auch schon krass ist, dass es zu dem Thema Selbsthilfebücher gibt!" Selbst seine Eltern haben damals nicht recht wahrhaben wollen, dass ihr Sohn schwul ist.

In der Schule sei er oft gemobbt worden, von den eigenen Eltern bekam er zweifelhaften Trost: "Ich solle drüberstehen, ich sei ja nicht schwul". "Diese Scham, anders und nicht genug zu sein, begleitet mich bis heute". "Ich bin mittlerweile mit mir selbst im Reinen und weiß, wer ich bin".

Doch nun möchte sich Jochen Schropp nicht mehr verstecken. Einzig ausgewählten Menschen sowie seiner Familie habe er daher bislang davon erzählt, doch das sollte sich nun ändern: "Ich werde dieses Jahr 40". Er möchte "anderen Männern und Frauen, die homosexuell oder transgender sind, Mut machen, zu sich zu stehen". "Und jetzt bin ich es eben".


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