Aspirin, Ibuprofen & Co.: Rezeptfreie Schmerzmittel sollen künftig Warnhinweise tragen

Dafür gibt es gute Gründe: Bei einer längeren Einnahme steigt das Risiko für schwere Nebenwirkungen, zu denen unter anderem Magen-Darm-Blutungen, Schlaganfälle, Leber- oder Nierenschäden zählen.

Rezeptfreie Schmerzmittel müssen in Zukunft einen Warnhinweis auf der Verpackung tragen. Sie enthalten beispielsweise die Wirkstoffe Paracetamol, Ibuprofen Diclofenac oder Acetylsalicylsäure (Aspirin). Bei einer Befragung des Robert Koch-Instituts waren sich ein Fünftel der Frauen und fast ein Drittel der Männer, die Schmerzmittel länger als vier Tage nahmen, nicht bewusst, dass sie die Medikamente nicht so lange einnehmen sollten.

Die Verpackungen von Schmerzmitteln wie Aspirin oder Ibuprofen werden in Zukunft anders aussehen. Nun wurde beschlossen, dass solche Medikamente künftig mit Warnhinweisen versehen werden müssen. Einer entsprechenden Analgetika-Warnhinweis-Verordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat der Bundesrat vergangene Woche zugestimmt. Trotzdem soll die Regelung laut Bundestag "Verbraucherinnen und Verbraucher davon abhalten, die Medikamente über die empfohlene Höchstdauer hinaus einzunehmen". In gut lesbarer Schrift solle auf der Vorderseite der äußeren Verpackung der Satz "Bei Schmerzen oder Fieber ohne ärztlichen Rat nicht länger anwenden als in der Packungsbeilage vorgegeben!" Nach Angaben der ABDA wurden im Jahr 2015 in Deutschland in Apotheken rund 100 Millionen Packungen solcher Schmerzmittel verkauft.

Zwar wird in den jeweiligen Packungsbeilagen und Fachinformationen ausführlich auf die möglichen Nebenwirkungen - insbesondere bei längerfristiger Anwendung oder bei Überdosierung - hingewiesen, doch aus verschiedenen Studien ist bekannt, "dass Verbraucher und Verbraucherinnen die in Produktinformationen aufgeführten Warnhinweise und Kontraindikationen nicht immer ausreichend beachten", heißt es in der Drucksache.

Die Verordnung muss noch im Bundesgesetzblatt verkündet werden. Sie soll am ersten Tag des darauffolgenden Monats in Kraft treten.


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