Geldpolitik: US-Notenbank Fed hebt Leitzins erneut an

Die Inflation, die nach der Rezession 2008 lange Zeit schleppend verlief, hat sich in den vergangenen Monaten belebt und jetzt endlich das Fed-Ziel von 2 Prozent erreicht.

Die US-Notenbank hat ihren Leitzins um 0,25 Punkte auf eine Spanne zwischen 1,75 und 2,00 Prozent angehoben. Die Rate wurde erneut um 0,25 Punkte angehoben und liegt damit nun zwischen 1,75 und 2,0 Prozent, wie die Fed am Mittwoch nach einer Sitzung ihres für die Zinspolitik zuständigen Ausschusses in Washington mitteilte. Seit Februar ist der ehemalige Investmentbanker Jerome Powell neuer Chef der Notenbank. Doch dadurch werden tendenziell auch Kredite für Unternehmen und Verbraucher teurer. Derzeit liegt die US-Inflation bei zwei Prozent - und damit dem Wert, den die Notenbank am günstigsten für die Preisstabilität und den Arbeitsmarkt hält. Zinssteigerungen sind das Instrument der Notenbanken, um die Preissteigerung im Zaum zu halten.

An den Finanzmärkten war fest mit der heutigen Entscheidung gerechnet worden. Etwas überraschend kam hingegen der Hinweis der Fed, dass es insgesamt vier Zinssteigerungen im Jahr 2018 geben könnte. Das ist gut, allerdings weniger als der von Donald Trump im Wahlkampf versprochene Anstieg um drei Prozent pro Jahr. Die Fed geht also nicht davon aus, dass die Steuerreform der US-Regierung die Wirtschaft mittelfristig stark anfeuern wird.

Mehr als auf die eigentliche Zinsentscheidung haben Investoren darauf gewartet, was die Fed zu ihrem künftigen Kurs sagen wird. Die Mitglieder des Komitees, das die Zinsentscheidung trifft, waren sich bislang uneins, ob in diesem Jahr noch ein Schritt fällig ist oder zwei Schritte nötig sind.

Bis Ende 2019 wiederum sieht die Fed die Durchschnittsrate laut dieser provisorischen Vorausplanung bei 3,1 Prozent, statt den bisherigen 2,9 Prozent.

In den zwei Zeiträumen, in denen die Arbeitslosigkeit so niedrig war wie im Moment, folgten steigende Lohnkosten und dann Jahre der rasant steigenden Preise. Viele Ökonomen fürchten, dass die Zölle und Gegenmaßnahmen der Handelspartner der US-Wirtschaft schaden. Auch diesmal hielt er sich zurück, wies aber darauf hin, dass die Sorgen über Veränderungen in der Handelspolitik zunähmen.


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