Lynchjustiz nach TV-Bericht über Pädophile: Mann überfallen

Am Dienstag gegen 13 Uhr haben mehrere Männer derart hart auf einen Mann eingeschlagen, den sie laut Polizei irrtümlich für einen Pädophilen gehalten haben.

Die Polizei schreibt in einer Mitteilung: "Die Männer glaubten, das Recht in die eigene Hand nehmen zu müssen".

Der Sender hatte in einem Beitrag geschildert, wie Reporter über das Internet Kontakt zu vermeintlich Pädophilen suchten.

Der Reporter hatte in seinem Beitrag einen Mann gezeigt, der sich im Rahmen seiner Recherchen verdächtig gemacht hatte.

► Die Täter drangen in eine Wohnung des Mehrfamilienhauses ein und schlugen den 50 Jahre alten Bewohner zusammen.

Nach einer Fernsehsendung über Pädophilie ist in der Hansestadt ein 50-Jähriger in seiner Wohnung überfallen und lebensgefährlich verletzt worden.

► Nach der Ausstrahlung dachten Personen aus Bremen-Nord, den gefilmten Mann erkannt zu haben.

Die Ermittlungen wegen eines versuchten Tötungsdeliktes wurden eingeleitet. Die Bremer Polizei geht "nach derzeitigen Erkenntnissen" nicht davon aus, "dass in dem betroffenen Wohnhaus Menschen mit pädophiler Neigung wohnen". Die Polizei wies ausdrücklich darauf hin, dass niemand das Recht hat, die Justiz in die eigene Hand zu nehmen. Keine Form und kein Anlass zur Selbstjustiz sind tolerierbar. "Es ist die Aufgabe der Staatsanwaltschaft und der Polizei Straftaten zu verfolgen", betont Pressesprecher Stephan Alken. Die Kriminalpolizei ruft mögliche Zeugen auf, sich beim Kriminaldauerdienst unter Telefon: 0421-362 3888 zu melden.


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