Volkswagen muss Bußgeld von einer Milliarde Euro in Dieselskandal zahlen

Anfang Mai hatte die Staatsanwaltschaft Braunschweig erklärt, bei ihren Ermittlungen zum Dieselskandal bei Volkswagen voranzukommen.

"Volkswagen akzeptiert das Bußgeld und bekennt sich damit zu seiner Verantwortung", teilte der Konzern mit.

Verbraucherschützer bewerten die Verhängung des Milliarden-Bußgeldes gegen Volkswagen wegen der Abgasbetrügereien positiv, sehen aber für die Besitzer eines betroffenen Diesels dadurch erst einmal keine Auswirkungen.

Die Geldbusse setzt sich laut Volkswagen aus dem gesetzlichen Höchstmass einer Ahndung in Höhe von fünf Millionen Euro sowie einer Abschöpfung wirtschaftlicher Vorteile in Höhe von 995 Millionen Euro zusammen.

Der Autobauer verzichtet darauf, Rechtsmittel einzulegen "und bekennt sich damit zu seiner Verantwortung". Das Geld muss laut Staatsanwaltschaft innerhalb von sechs Wochen an das Land Niedersachsen gezahlt werden. So ermittelt die Staatsanwaltschaft Braunschweig gegen früherer und derzeitige Manager des Unternehmens, etwa wegen des Anfangsverdacht des Betruges und wegen Marktmanipulation. "Grundsätzlich ist es zu begrüßen, dass offensichtlich endlich begonnen wird, Volkswagen für den Betrug zur Rechenschaft zu ziehen", sagte der Chef der Verbraucherzentrale Bundesverband, Klaus Müller, am Mittwoch in Berlin. Durch den Bußgeldbescheid wird das gegen Volkswagen laufende Ordnungswidrigkeitenverfahren abgeschlossen. Für die Käufer der Wagen ändere sich damit unmittelbar jedoch erstmal nichts.

"Volkswagen geht davon aus, dass die Beendigung dieses Verfahrens auch erhebliche positive Auswirkungen auf weitere in Europa gegen die Volkswagen AG und ihre Konzerngesellschaften geführte behördliche Verfahren haben wird". Die Manager sollen die Finanzmärkte im Herbst 2015 zu spät über den Abgasskandal informiert haben. Darüber hinaus klagen Anleger in Deutschland auf Schadensersatz in Milliardenhöhe, weil der Wert der Aktien von VW nach Bekanntwerden des Skandals massiv eingebrochen war. Der Konzern betonte stets, dies rechtzeitig getan zu haben.

Bei Volkswagen sei es zu Aufsichtspflichtverletzungen in der Abteilung Aggregate-Entwicklung im Zusammenhang mit der Fahrzeugprüfung gekommen, habe die Staatsanwaltschaft festgestellt.

Volkswagen hatte zwischen 2007 und 2015 weltweit fast elf Millionen Autos verkauft, die mit einer betrügerischen Software geschönte Abgaswerte erzielten.

Nach Angaben der Konzernleitung akzeptiert das Unternehmen die Strafe und wird keine rechtlichen Mittel dagegen einleiten.


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