Boris Becker pocht auf diplomatische Immunität

Der ehemalige Tennisstar Boris Becker (50) beruft sich im Insolvenzverfahren gegen ihn in London auf diplomatische Immunität.

Seit einigen Monaten nun arbeitet Becker für den afrikanischen Staat, er ist "Sonderattaché für Sport und kulturelle Angelegenheiten in der Europäischen Union". Geld soll Becker für diesen ehrenamtlichen Posten nicht bekommen.

Laut Beckers Anwälten könne er wegen seines Status als Diplomat nur angeklagt werden, wenn sowohl die Zentralafrikanische Republik als auch Großbritanniens Außenminister Boris Becker dem Antrag des Gerichts zustimmen.

Deutschlands Tennis-Idol Boris Becker erhebt offenbar im laufenden Insolvenzverfahren in Großbritannien den Anspruch auf Immunität.

"Die Entscheidung, das Insolvenzverfahren gegen mich einzuleiten, war ungerechtfertigt und ungerecht".

Becker war im vergangenen Jahr von einem britischen Gericht für zahlungsunfähig erklärt worden. Damit würden die Auflagen wegfallen, die Becker zur Zeit als Pleitegänger erfüllen muss und die unter anderem verlangen, dass er sämtliche Einnahmen zu protokollieren hat und wenig mehr als ein Taschengeld behalten darf. Deshalb mache er nun diplomatische Immunität geltend, um "diese Farce zum Ende zu bringen", und damit er anfangen könne, sein "Leben wieder aufzubauen".

Ein "Haufen anonymer und unverantwortlicher Banker und Bürokraten" habe ihm ein "vollkommen unnötiges" Insolvenzverfahren aufgezwungen. Dass mit seinem neuen Amt auch rechtliche Vorteile einhergehen, die Becker womöglich vor dem Insolvenzprozess schützen werden, wollen er und sein Anwalt als reinen Zufall verstanden wissen. "Ich werde diejenigen verfolgen, die diesen Prozess erzwungen haben und sie öffentlich für ihre Taten verantwortlich machen", gab er bekannt.

Er verteidigte seine Rolle als Sport-Attaché: "Meine diplomatische Rolle in der Zentralafrikanischen Republik erlaubt mir, etwas Bedeutendes an Sport-Fans in einem der ärmsten Teile der Welt zurückzugeben. Es gibt keinen Grund, warum diese Rolle anders behandelt werden sollte als eine Ernennung zu einem Militär- oder Wirtschaftsattaché, die, wie jedermann anerkennt, Immunität genießen".


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