Illegales Film-Streaming: Muss Vodafone "kinox.to" sperren?

München - In der ersten Instanz war bereits ein richtungsweisendes Urteil gefallen: Muss der Internet-Provider Vodafone eine komplettes Webangebot sperren, weil dort Filme illegal zum Streamen angeboten werden?

Vodafone-Sprecher Volker Petendorf zu t-online.de: "Wir bedauern sehr, dass das OLG München der Auffassung von Vodafone nicht gefolgt ist und dem Antrag von Constantin zu der Sperrung der Angebote des Portals "kinox.to" für Internetkunden der Vodafone Kabelsparte stattgegeben hat". Das hat das Oberlandesgericht München (OLG) in einem Berufungsurteil entschieden, meldet Spiegel Online. Konkret muss somit die Blockade weiter aufrecht erhalten werden. Das geht aus dem Urteil des Gerichts hervor, das am Freitag veröffentlicht worden ist. Die Richter bestätigten darin eine Entscheidung des Landgerichts München I, wonach Vodafone das Streamen des Films "Fack Ju Göhte 3" über das Portal verhindern muss. Die Richter hatten eine einstweilige Verfügung gegen Vodafone für zulässig erklärt. Der Film "Fack Ju Göhte 3" wird auf der Internetseite "kinox.to" illegal zum Streamen angeboten. Im Streit mit Vodafone beruft sich der Filmverleiher nun darauf, dass der Provider wegen Urheberrechtsverletzung als sogenannter Störer in die Pflicht genommen werden könne, da er Dritten den Zugang zu einer illegalen Streaming-Seite anbiete.

Um die einstweilige Verfügung umzusetzen, hat Vodafone eine sogenannte DNS-Umleitung eingerichtet. Zudem lasse sich die von Constantin gerichtlich erzwungene Sperre von versierten Nutzern technisch leicht umgehen.

Bislang war es so, dass Vodafone recht halbherzig kinoX.to sperrte. Der Film ist neben vielen anderen Filmen und Serien auf dem Portal "Kinox.to" als kostenloser Stream verfügbar.

Die Firma Constantin hatte zuvor als Inhaber der Filmrechte vergeblich versucht, die Betreiber der Webseite zu kontaktieren. Vodafone ermögliche den Zugang zu der Webseite und sei so als Störer für die Urheberrechtsverstöße haftbar zu machen, argumentierte Constantin. Auch die Neufassung des Telemediengesetzes habe die rechtliche Grundlage nicht verändert, hatten die Richter am Münchner Landgericht erklärt. Vodafone zog gegen die Entscheidung des Landgerichts vor das OLG.


Beliebt

VERBINDEN