Harte Linie gegen Flüchtlinge: Salvini will weitere Rettungsschiffe abweisen

Zuvor hatte er angekündigt, zwei Schiffen deutscher Helfer die Einfahrt in italienische Häfen zu verweigern.

"Diese Leute sollten wissen, dass Italien nicht länger diesem illegalen Einwanderungsgeschäft Beihilfe leisten will, also werden sie sich andere (nicht-italienische) Häfen zum Ansteuern suchen müssen". Die Amerikaner riefen das deutsche Seenotrettungsschiff "Sea-Watch 3" zu Hilfe, das die Geretteten übernehmen und an Land bringen wollte, dafür aber kein grünes Licht der zuständigen Rettungsleitstellen in Europa bekam. Der Innenminister äußerte sich konkret zu zwei Hilfsschiffen: Die beiden Schiffe "Seefuchs" und "Lifeline" warteten vor der libyschen Küste auf ihre "menschliche Fracht, die von den Schleppern zurückgelassen wird".

In den vergangenen Jahren war es Routine gewesen, dass im zentralen Mittelmeer geborgene Migranten nach Italien gebracht wurden.

Die privaten Seenotretter von Mission Lifeline aus Dresden bezeichneten Salvini daraufhin bei Twitter zunächst als "Faschisten". Später war der Tweet der Helfer nicht mehr im Kurznachrichtendienst zu sehen. Im Jahr 2017 waren es gut 119 000. Tausende reisen weiter Richtung Österreich und Deutschland. Laut Salvini seien aktuell der "Seefuchs" und die "Lifeline" vor den libyschen Küsten stationiert.

Sea-Eye warnte, dass Retter und Migranten in große Gefahr geraten könnten, sollte Salvini bei seiner Linie bleiben. Die neue italienische Regierung aus Fünf-Sterne-Bewegung und fremdenfeindlicher Lega hatte dem Rettungsschiff "Aquarius" von der Hilfsorganisation SOS Mediterranee keine Erlaubnis gegeben, mit mehr als 600 Migranten in einen italienischen Hafen einzufahren. Das Schiff ist nun unterwegs ins 1.500 Kilometer entfernte Spanien und soll am Sonntag im Hafen von Valencia eintreffen. Neapels Bürgermeister Luigi de Magistris etwa erklärte Anfang der Woche über Twitter, "wenn ein herzloser Minister schwangere Frauen, Kinder, alte Menschen im Mittelmeer sterben lässt, ist der Hafen Neapels bereit sie aufzunehmen". Sea-Eye gehe davon aus, dass Italien weiterhin seinen humanitären und internationalen Verpflichtungen nachkommen werde.

Die drei Schiffe sollen den amtlichen Angaben zufolge nacheinander in Abständen von rund drei Stunden anlegen, um eine bessere Betreuung sicherzustellen.

Nach Italiens Hafenverbot für die "Aquarius" hatte Spanien sich bereit erklärt, die Menschen an Land zu lassen.


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