Italien: Äußerungen von Salvini über Roma sorgen für Kritik

Die Äußerung Salvinis sei daher inhaltsleer, so der Bischof, der auch Sekretär der Migrationskommission in der Italienischen Bischofskonferenz ist. In Italien leben zwischen 120.000 und 180.000 Roma und Sinti, etwa 26.000 von ihnen in Camps, die teils vom Staat unterhalten werden, teils illegal entstanden sind. Der Chef des Koalitionspartners Fünf Sterne, Luigi Di Maio, betonte daraufhin, jeglicher Zensus eines Bevölkerungsteils auf Basis der ethnischen Zugehörigkeit verstoße gegen die Verfassung.

Rom - Die Forderung des italienischen Innenministers Matteo Salvini, Angehörige der Roma-Minderheit zählen zu lassen, hat in Italien für Aufregung gesorgt. Diejenigen unter ihnen, die keinen gültigen Aufenthaltsstatus hätten, sollten ausgewiesen werden. Roma mit italienischer Staatsangehörigkeit müsse das Land "leider behalten". Ihm gehe es lediglich darum, ein Bild von der Lage in den Roma-Lagern zu gewinnen.

"Im Ministerium lasse ich ein Dossier zur Roma-Frage in Italien vorbereiten", teilte der Minister mit. "Ich denke nur an diese armen Kinder, die man das Stehlen und die Illegalität lehrt".

Der Präsident der gemischten Fraktion in der Abgeordnetenkammer, der Parlamentarier der Südtiroler Volkspartei (SVP), Manfred Schullian, warnte, dass die Zählung einer Minderheit vom moralischen, historischen und politischen Standpunkt unannehmbar und außerdem auch verfassungswidrig sein.

Die Forderung des Innenministers, welcher der fremdenfeindlichen Lega-Partei angehört, sorgte im In- und Ausland für Empörung: Die Opposition und die Jüdische Gemeinde in Italien zogen Parallelen zur Zeit des Faschismus. Man könnte sich für Sicherheit und Rechtsstaatlichkeit einsetzen, ohne faschistisch zu werden. Die Ankündigung Salvinis wecke "Erinnerungen an rassistische Gesetze und Maßnahmen von vor gerade einmal 80 Jahren", die immer mehr in Vergessenheit gerieten, so der Vorstand des Verbands.

Der Lega Nord-Chef twitterte in Reaktion auf eine gleich lautende Schlagzeile der italienischen Zeitung "La Repubblica": "Jemand spricht von "Schock".


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