Mordvorwurf nach Angriff auf US-Zeitung

Die US-Behörde für Schusswaffenkontrolle (ATF) teilte via Twitter mit, ihre Mitarbeiter seien wegen einer Schießerei bei der "Capital Gazette" im Einsatz. Zwei weitere wurden verletzt, vermutlich durch umherfliegende Glassplitter.

Als Täter identifiziert hat die Polizei den 38-Jährigen Jarrod Ramos aus Laurel, Maryland, wie verschiedene Medien berichten. Der Verdächtige werde vernommen. Über ein mögliches Motiv wurde zunächst nichts bekannt.

Wie ein Ermittler mitteilte, hat sich der mutmassliche Täter vor seiner Tat die Finger verstümmelt. Damit habe er offenbar einen Abgleich seiner Fingerabdrücke verhindern wollen, teilte ein Ermittler mit. Später sagte ein Behördenvertreter, die Identität des mutmasslichen Todesschützen sei dank Gesichtserkennungstechnologie bestimmt worden. Ein Journalist der Zeitung "Capital Gazette", in deren Newsroom sich die Schießerei ereignete, twitterte während des Anschlages von "mehreren Toten".

Der Schütze war mit Rauchgranaten bewaffnet und soll um 14.40 Ortszeit in der Redaktion der Zeitung mit einer Schrotflinte um sich geschossen haben. Mehrere Menschen seien getötet worden. Nach Schilderung von Augenzeugen versteckten sich die Mitarbeiter unter Schreibtischen.

Die Polizei sei extrem schnell, binnen 60 Sekunden, am Ort des Geschehens gewesen, sagte Steve Schuh von der Bezirksregierung des Anne Arundel County. Die US-Bundespolizei behandelte den Vorfall zunächst als lokales Ereignis ohne politischen Hintergrund. "Ich habe nur gehofft, dass mein Telefon nicht klingelt", sagte der Journalist Phil Davis dem Sender CNN.

Pat Furgurson (M.) und Chase Cook, beide Reporter der "Capital Gazette", umarmen einander in einem provisorischen Büro in einem Parkhaus.

Die überregionalen Nachrichten kommen von der Muttergesellschaft, der "Baltimore Sun". Die Zeitungsredaktion befindet sich in einem mehrstöckigen Bürogebäude in Annapolis, der Hauptstadt von Maryland, unweit der US-Hauptstadt Washington. "Das ist das, was wir hören", sagte Polizeichef Bill Krampf.

Vor den tödlichen Schüssen hatte es nach Angaben der Polizei Drohungen gegen die Redaktion gegeben. Dies nicht "aufgrund einer bestimmten Bedrohungslage, sondern aus einem Übermass an Vorsicht", wie Miller mitteilte.

Die Polizei geht inzwischen von einer gezielten Attacke aus.

Die Polizei räumte nach Medienberichten das betroffene Gebäude und rief die Bevölkerung auf, sich fernzuhalten. Es werde geprüft, ob er für die Drohungen verantwortlich sei, die die Zeitung im Internet erhalten habe. Der Täter sei vorbereitet gewesen, sagte Krampf. Details zu Inhalt und Urheber wurden nicht genannt. Polizeisprecher Ryan Frashure sagt allerdings: "Das war ganz offensichtlich jemand, der eine alte Rechnung mit der Zeitung offen hatte".

Bei einem gezielten Angriff auf eine Lokalredaktion im US-Bundesstaat Maryland hat ein Mann mindestens fünf Menschen getötet. Nach Berichten der "Capital Gazette" handelt es sich um einen Mann aus der Region, der mit dem Blatt seit Jahren einen erbitterten Rechtsstreit ausfechte. Annapolis hat 40'000 Einwohner und ist die Hauptstadt des Bundesstaates Maryland. "Bitte achten Sie auf alle Warnungen und halten Sie sich von dem Gebiet fern". Sie hatten die Debatte über Verschärfungen des US-Waffenrechts angeheizt. Trump unterstützt in dieser Debatte die mächtige Waffenlobby NRA, die jedwede Einschränkung ablehnt.

Am Donnerstag schrieb Trump im Kurzbotschaftendienst Twitter wie bei den Vorfällen zuvor, seine "Gedanken und Gebete" seien bei den Opfern und ihren Familien.


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