Pentagon dementiert Bericht über möglichen US-Truppenabzug

Die "Washington Post" hatte am Freitag berichtet, zu den möglichen Optionen gehöre eine Rückkehr eines Großteils der rund 35.000 in Deutschland stationierten Soldaten in die USA oder die Verlegung des gesamten oder eines Teils des Kontingents nach Polen. Auf diese Formulierung ist man darauf angesprochen auch im Pentagon bedacht: Sprecher Eric Pahon dementierte einen geplanten Abzug und betonte, dass das US-Engagement im Ausland, als auch das Kontingent in Deutschland, regelmäßig einer Kosten-Nutzen-Rechnung unterzogen werde.

Das Pentagon ziehe dieses Thema angesichts der jüngsten Spannungen zwischen US-Präsident Donald Trump und Bundeskanzlerin Angela Merkel in Betracht, schreibt die Zeitung mit Verweis auf mit der Situation vertraute Quellen.

Weltkrieg sind US-Soldaten in Deutschland stationiert.

Einem Medienbericht zufolge prüft das US-Verteidigungsministerium einen Abzug der in Deutschland stationierten US-Soldaten.

Da er im Wahlkampf davon sprach, dass die Nato "obsolet", also überholt, unmodern, oder veraltet sei, ist es nicht ausgeschlossen, dass Trump mit der Tradition einer starken Präsenz von US-Truppen in Deutschland bricht.

Seit längerem bekannt sei dagegen der Wunsch Polens und der baltischen Staaten, die Präsenz der Nato in ihren Ländern zu erhöhen. Die USA seien Deutschland und der NATO weiterhin verpflichtet.

Davon abgesehen, dass die Androhung eines Abzugs von US-Militärs aus Deutschland im Zusammenhang mit den Forderungen Trumps an größere Kostenbeteiligungen seiner Nato-Partner zu sehen ist, ist nach über 70 Jahren US-Militärpräsenz in Deutschland eine Diskussion über Veränderungen naheliegend.

In einem Brief an acht europäische Nato-Mitglieder forderte US-Präsident Donald Trump derweil erneut höhere Verteidigungsausgaben.

Aus Diplomatenkreisen hieß es, dass die Bundesregierung zu den Empfängern des schriftlichen Appells zählt, der von Trump selbst unterzeichnet worden sei. Unter den europäischen NATO-Mitglieder macht sich Unruhe breit.

Derzeit entfallen knapp 72 Prozent der Verteidigungsausgaben in der Nato auf die USA. Wie das Nachrichtenportal "Axios" bereits berichtete, soll sich Trump beim G7-Gipfel in Kanada abfällig gegenüber der NATO geäußert haben. Die Bundesregierung hat es sich zum Ziel gesetzt, bis 2025 auf 1,5 Prozent zu kommen - und wird damit Trumps Vorgabe klar verfehlen.


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