Geschichte Bundespräsident Weißrussland Deutschland:Steinmeiers Weißrussland-Reise wegen Flugzeugpanne verzögert

Steinmeier betonte, die gemeinsame europäische Verantwortung für das "Nie wieder Krieg!" gründe auch auf dem Wissen um das, was Menschen an diesem Ort ihren Mitmenschen angetan haben.

Noch deutlicher wurde Steinmeier in einem Interview der "Frankfurter Allgenmeinen Zeitung", in dem er Äußerungen von AfD-Politikern wie Björn Höcke und Alexander Gauland scharf kritisierte. Er schäme sich für derartige Äußerungen, sagte Steinmeier. "Ich habe den Eindruck, dass alle, die so reden, gar nicht wissen, wie viel Anerkennung und Reputation, die Deutschland in Jahrzehnten bei seinen Nachbarn aufgebaut hat, dadurch zerstört wird".

Steinmeier wird vor der Gedenkveranstaltung in Minsk ein Gespräch mit Lukaschenko führen. Umso dankbarer sei er für die Bereitschaft der weißrussischen Bevölkerung zur Versöhnung, sagte der Bundespräsident.

Maly Trostenez liegt außerhalb der weißrussischen Hauptstadt Minsk.

In Malyj Trostenez wurden zwischen 1942 und 1944 mindestens 50.000 Menschen aus Weißrussland, Deutschland, Österreich und der Tschechoslowakei ermordet. Der Erinnerungsort soll an die vielen Tausend Opfer der NS-Herrschaft erinnen, die hier während des Dritten Reichs erschossen, vergast oder auf andere Weise umgebracht wurden. Die Grundsteinlegung für die Gedenkstätte erfolgte 2014, der erste Bauabschnitt wurde 2015 fertig. Der neue Bereich der Gedenkstätte befindet sich auf dem Gelände der früheren Erschießungsstätte im Wald von Blagowschtschina.

Bei der Eröffnung der Gedenkstätte Malyj Trostenez in Weißrussland hat Bundespräsident Steinmeier an das Ausmaß der deutschen Verbrechen im Zweiten Weltkrieg erinnert. Es sei Zeit, "dass das Land in unserem Bewusstsein und Verständnis aus dem Schatten der Sowjetunion tritt", sagte er.


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