Trump: Saudi-Arabien will Ölproduktion hochfahren - Überregionale Wirtschaft

Saudi-Arabien wird seine Ölproduktion nach den Worten von US-Präsident Donald Trump deutlich ausweiten, um dem hohen Ölpreis entgegenzuwirken. Der saudische König Salman habe seiner Bitte zugestimmt, die Ölproduktion "vielleicht um bis zu zwei Millionen Barrel" zu steigern, erklärte Trump am Samstag per Twitter. Saudische Staatsmedien bestätigten zunächst nur, dass es ein Gespräch über die Stabilität der Ölmärkte gab.

Die Mitgliedstaaten der Opec einigten sich auf eine Steigerung der Fördermenge um rund eine Million Barrel pro Tag. Die Ausweitung in dieser Höhe gilt als Kompromiss, der in aufwändigen Verhandlungen zwischen den beiden Rivalen Saudi-Arabien, das sich für eine Produktionserhöhung aussprach, und dem Iran, der dagegen war, erreicht werden konnte. Es sei um die Bemühungen der Erdöl produzierenden Länder gegangen, einen potenziellen Engpass bei den Lieferungen auszugleichen.

Die USA haben dazu aufgerufen, die Öl-einfuhren aus Iran bis November komplett zu stoppen. Auch Nicht-Mitgliedsländer schlossen sich wenig später an, um den Ölpreis zu stabilisieren. Auch Saudi-Arabien hatte zuletzt darauf gedrungen, wegen der erhöhten Nachfrage die Ölproduktion wieder auszuweiten. Der Iran hatte sich hingegen gegen eine Erhöhung der Ölproduktion ausgesprochen. So habe Trump mit der Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran und neuen Sanktionen gegen das ölreiche Land selbst hohe Angebotsrisiken geschaffen. Zuletzt hatten einige Förderländer ihre Produktion aber noch stärker verringert - mit dem Effekt, dass die tatsächliche tägliche Kürzung nach Angaben der Opec bei rund 2,8 Millionen Barrel lag. Mit der Einigung auf eine Erhöhung der Produktion um eine Millionen Barrel bekannten sich die Länder also lediglich zu bereits getroffenen Verpflichtungen.

Die von Trump verkündete Erhöhung der saudiarabischen Ölförderung von zehn auf bis zu zwölf Millionen Barrel ist laut Wall Street Journal allerdings unrealistisch. Die iranische Regierung habe "einen Plan" und sei "sicher, dass wir mit der Gnade Gottes so viel Öl verkaufen werden wie benötigt". Die USA haben die 2015 geschlossene Vereinbarung mit dem Iran im Mai einseitig aufgekündigt und schärfere Sanktionen angekündigt, die am 4. November in Kraft treten sollen.


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