Zwei-Prozent-Marke geknackt: EZB feiert Erfolg bei Inflation

Die Teuerungsrate kletterte in den 19 Ländern der Währungsunion im Juni auf 2,0 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag auf Basis vorläufiger Daten mitteilte.

Die Verbraucherpreise in der Euro-Zone sind im Juni über die von der Europäischen Zentralbank (EZB) angestrebte Marke von knapp zwei Prozent gesprungen. Das ist die höchste Rate seit Februar 2017. Im April waren die Lebenshaltungskosten nur um 1,9 Prozent gestiegen. Rechnet man diese sogenannten schwankungsanfälligen Komponenten heraus, kommt die sogenannte Kernrate nur auf 1,0 Prozent.

Die Kernteuerung, welche die volatilen Preise für Energie, Lebensmittel, Alkohol und Tabak ausblendet und deshalb für die mittelfristige Entwicklung aussagekräftiger ist, ist sogar leicht zurückgegangen. Sie betrachtet diese Zielmarke als ideal für die Wirtschaft, konnte sie aber lange Zeit nicht erreichen. Obwohl sie nun punktuell nahe am Ziel ist, dürfte sich "die Freude in der Notenbank in Grenzen halten", äußerte Ökonom Christoph Weil von der Commerzbank. "Die Leitzinsen bleiben mindestens bis zum Sommer 2019 unangetastet", sagte Chef-Volkswirt Thomas Gitzel von der Liechtensteiner VP Bank. Sie hat in der Vergangenheit regelmäßig auf die schwache Kernrate verwiesen und damit ihre lockere Geldpolitik begründet. Über den Kauf von Wertpapieren sollen dann insgesamt 2,6 Billionen Euro ins Finanzsystem geflossen sein, um die Inflation anzuheizen. Gleichzeitig will sie für günstige Finanzierungsbedingungen sorgen, um die Wirtschaft anzuschieben.


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