Lifeline-Kapitän: EU-Vorgehen gegen Seenotretter "widerlich"

Nach der Entscheidung eines Gerichts ist der Kapitän des Rettungsschiffs "Lifeline" gegen eine Kaution von 10.000 Euro auf freien Fuß gesetzt worden. Zudem habe Reisch eine Anweisung italienischer Behörden ignoriert, die Rettung von Migranten in Seenot der libyschen Küstenwache zu überlassen, womit er gegen geltendes Recht verstoßen habe. "Unsere Mission hat 234 Menschen gerettet, und ich bin mir keiner Schuld bewusst", sagte Reisch nach einer Mitteilung seiner Organisation Mission Lifeline.

Mission Lifeline hatte dazu erklärt, die libysche Küstenwache habe nicht reagiert. Die Verhandlung soll am Donnerstag fortgesetzt werden. Das Schiff bleibt im Hafen von Valletta vorerst beschlagnahmt. Der EU warf Reisch vor, das Sterben von Flüchtlingen im Mittelmeer aus politischen Gründen in Kauf zu nehmen.

Nach Informationen des MDR-Magazins "Exakt" darf der Kapitän Malta nicht verlassen - nach der Anhörung musste Reisch seinen Pass abgeben.

Zudem hieß es vor Gericht am Montag, Reisch habe nur eine Lizenz, die es ihm erlaube, Schiffe in Küstengewässern innerhalb eines Bereichs von 30 Seemeilen zu steuern. Das Schiff dürfe bis auf weiteres nicht auslaufen, und nur drei Besatzungsmitglieder dürften an Bord, um den technischen Betrieb aufrecht zu halten.


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