Neues Buch zu hart? - Verlag stoppt Sarrazins Islam-Attacke

Er fährt fort: "Wir werden daher zum jetzigen Zeitpunkt die bisherige Berichterstattung dazu inhaltlich nicht kommentieren, stellen aber klar, dass der Verlag das nicht angekündigte Buch von Thilo Sarrazin weder 'stoppen', noch seine Publikation erschweren oder verhindern will".

Der Verlag Random House begründet die Ablehnung gegenüber der "Bild" nicht. Am Montag verhandelt das Landgericht München den Fall. Möglicherweise prozessieren beide Seiten um Vorschusszahlungen.

Die "Bild" spekuliert, dass es vor allem in der Verlagsspitze Bedenken gegeben haben soll, dass das neue Buch islamkritische Stimmungen aufgreifen und verstärken könnte. Das neue Buch von Thilo Sarrazin (73) scheint jetzt so radikal zu sein, dass sogar sein Verlag handelt.

Verlag will nicht Sarrazin habe das Manuskript bereits Ende Februar 2018 an den Verlag übermittelt, dieser habe sich dann aber "nach langem Hin und Her über den Veröffentlichungstermin" Anfang Mai gänzlich geweigert, das Buch zu drucken. Nun hat der in Berlin lebende Pensionär wohl noch ein paar Schippen draufgelegt - zu viel für einen seriösen Verlag? Es soll etwa 450 Seiten umfassen.

Der Verlag hatte nach eigenen Angaben einen Vertrag mit Sarrazin über das Buch abgeschlossen. "Er zeigt, dass sich der Entwicklungsrückstand und die ungelösten Probleme der islamischen Länder zum großen Teil aus der Prägung von Kultur und Gesellschaft durch den Islam ergeben", teilte der Finanzbuch Verlag mit.

Thilo Sarrazin war zunächst nicht zu erreichen. Sarrazin befasse sich in seinem neuen Buch grundlegend mit Fragen des Islams und den Folgen der Einwanderung von Muslimen nach Deutschland und Europa. Der langjährige SPD-Politiker hatte mit seinem Bestseller "Deutschland schafft sich ab" im Jahr 2010 heftige Kritik und Kontroversen über Islamkritik und Vererbung von Intelligenz ausgelöst.


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