Macht Karstadt 15 Filialen dicht? Fusion mit Kaufhof steht wohl bevor

Die Eckpunkte einer Fusion der Warenhausketten stehen offenbar fest. "Drei bis fünf Standorte würden bei einem Zusammengehen vermutlich geschlossen", sagte ein mit den Verhandlungen Vertrauter der Deutschen Presse-Agentur. Karstadt sei daran interessiert, so viele Kaufhäuser wie möglich zu erhalten und in die Profitabilität zu führen. Kaufhof betreibt in Deutschland derzeit 96 Warenhäuser, Karstadt 82.

Die "Wirtschaftswoche" berichtet weiter, dass der Stammsitz des neuen Unternehmens Verhandlungskreisen zufolge entweder in Köln oder an einem anderen Standort in Nordrhein-Westfalen angesiedelt werden soll.

Die finanziellen Schwierigkeiten von Kaufhof und der Eigentümerin Hudson's Bay Company (HBC) seien der Grund, warum HBC vor wenigen Wochen nach langer Abwehrhaltung doch auf Signa zugegangen sei, schrieb die Zeitung. Die Absichtserklärung sehe vor, Kaufhof, Karstadt und Karstadt Sport in ein Joint Venture - also in ein gemeinsames Unternehmen - einzubringen.

Laut einem Bericht der "Wirtschaftswoche" trägt das Papier den Titel "Vereinbarung zu einer Fusion unter Gleichen im europäischen Warenhaus-Geschäft".

Sollte es dieses Mal klappen mit dem Zusammenschluss von Karstadt und Kaufhof?

Die Schließung von Filialen im großen Stil stehe dagegen nicht zur Debatte.

Laut dem "Wall Street Journal" soll HBC im Zuge der Fusion 1,1 Milliarden Euro erhalten. Signa übernehme wiederum Schulden in Höhe von 750 Millionen Euro. Kaufhof wollte die Informationen am Donnerstag nicht kommentieren, Karstadt war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. "Es macht wenig Sinn zu spekulieren, was das alles für Auswirkungen haben könnte", sagte der Landesfachbereichsleiter von Verdi Baden-Württemberg, Bernhard Franke.

"Sobald die Eignerseite ihre Angelegenheit geklärt hat, werden wir in Gespräche eintreten, um Regelungen zu finden, die die Interessen der Beschäftigten von beiden Unternehmen wahren", unterstrich Franke, der Verdi-Verhandlungsführer für einen Sanierungstarifvertrag bei Kaufhof ist.

Doch seine Anläufe zur Übernahme waren in den vergangenen Jahren immer wieder gescheitert.

Karstadt-Eigentümer Benko liebäugelt seit Jahren damit, den großen Konkurrenten in sein Warenhausimperium zu integrieren. Verschärft wurde die Situation durch Managementfehler.

Als relativ sicher gilt demnach, dass der Karstadt-Stammsitz in Essen wegfällt.

Die Gewerkschaft fordert nun schnell Klarheit von den Eigentümern beider Kaufhausketten. Der Kölner Handelsriese kämpft seit der Übernahme durch die Kanadier Ende 2015 mit Umsatzrückgängen und roten Zahlen.


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