Opel lotet "Partnerschaft" für Entwicklungszentrum aus

PSA sei wegen der Verkaufspläne bereits an die französischen Firmen Altran, Akka und Segula sowie die deutsche Bertrandt herangetreten und habe deren Interesse abgeklopft. Ein Opel-Sprecher sagte, eine Besiegelung des Tarifvertrags sei für Freitag anvisiert. "Es wird schwer werden, zu einer Einigung zu kommen", sagte Schäfer-Klug. Die Rosskur mit Werksschließungen und Stellenabbau, die der 59-Jährige PSA verordnet hat, war von Erfolg gekrönt - und dürfte nun als Blaupause für Opel dienen.

Betriebsrat und IG Metall warnen dringlich vor einem (Aus-) Verkauf des Entwicklungszentrums, weil solch ein Schritt Opel die Zukunft nähme: "Das technologische Herz der Marke Opel schlägt im Engineering". Hier ist PSA bestens aufgestellt. Dazu mag auch ein weiteres Gesundschrumpfen gehören, in Frankreich hat PSA dies bereits hinter sich. Veräußert werden könnten vier Bereiche, die insgesamt mit 500 Millionen Euro bewertet würden, berichtete die Tageszeitung "Le Monde" Dienstagabend vorab unter Berufung auf ein internes PSA-Dokument von Mitte Mai.

Hintergrund der Überlegungen ist der erwartete deutliche Rückgang der Aufträge der früheren Opel-Mutter GM für das Entwicklungszentrum. "Deshalb prüfen wir unterschiedliche Optionen, wie eine nachhaltige und erfolgreiche Aufstellung im ITEZ (Rüsselsheimer Entwicklungszentrum) erreicht werden kann". Gesamtbetriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug sagte am Donnerstag, nach inoffiziellen Informationen könnten von einem Verkauf oder einer strategischen Partnerschaft 4.000 Mitarbeiter betroffen sein. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. "Es ist selbstverständlich, dass unsere Sozialpartner in den Prozess eingebunden werden", versprach Lohscheller.

Auf die Frage, ob das Management von Opel und des französischen Eigentümers PSA Peugeot Citroen in den Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern gelogen habe, sagte Schäfer-Klug: "Wenn man es auf den Punkt bringen will, würde ich das so sehen". Das Zentrum in Rüsselsheim solle auch zukünftig alle Opel-Modelle entwickeln und die Aufgaben der 15 Kompetenzzentren für die gesamte Groupe PSA übernehmen. Im vergangenen Jahr verkaufte die Franzosen-Marke 25 Prozent mehr Autos, während Opel hierzulande stagnierte. "Die bei der Übernahme von Opel gegebenen Beteuerungen des PSA-Chefs Carlos Tavares, Opel bleibe ein eigenständiger Autobauer, der für deutsches Engineering steht, scheint wenig ehrlich und ernst gewesen zu sein", erklärte Dudenhöffer am Mittwoch. Opel-Chef Lohscheller zufolge soll ein entsprechender Tarifvertrag noch in dieser Woche besiegelt werden.


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