Auto: Autokorso für Erhalt der Arbeitsplätze bei Halberg Guss

Der heftige Streit zwischen dem Autozulieferer Neue Halberg Guss (NHG) und der IG Metall eskaliert weiter - mit möglicherweise empfindlichen Folgen für die bedrohten Werke in Leipzig und Saarbrücken. Der Leipziger IG-Metall-Sprecher Bernd Kruppa entgegnete im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur: "Wir befinden uns nicht im Bereich der Schlichtung, wir reden nicht über Mediation". Streiks der Beschäftigten haben die beiden Fabriken in Leipzig und Saarbrücker lahmgelegt. Bei dem Konflikt geht es um die geplante Schließung des Standorts Leipzig mit 700 Beschäftigten Ende 2019 sowie um den erwogenen Abbau von Arbeitsplätzen in Saarbrücken. Die NHG gehört seit Januar zur Prevent-Gruppe, die sich mit Volkswagen immer wieder erbittert um Lieferkonditionen gestritten hat. Einige Kunden hätten bereits Probleme, sagten gestern die Geschäftsführer Alexander Gerstung und Barbaros Arslan. Geschäftsführer Gerstung bekräftigte bei MDR SACHSEN, dass das Unternehmen die Mitarbeiter mit einem Sozialplan bedenken und den Arbeitsplatzabbau mit sozialverträglichen Maßnahmen begleiten will. "Wir gehen davon aus, dass die NHG uns zu diesem Termin ein verhandlungsfähiges Angebot macht, wie wir es seit Wochen einfordern", sagte der erste Bevollmächtigte der Gewerkschaft, Hans Peter Kurtz. Ein fast schon sicherer Folgeauftrag für die USA über 200 000 Motorenblöcke pro Jahr bis 2024 werde nicht mehr an die NHG vergeben.

Die Gewerkschaft fordert eine Qualifizierungsgesellschaft und einen Treuhandfonds, den die NHG finanzieren soll. Sonst könnten auch in Saarbrücken größere Streichungen oder gar das Aus drohen. Jedoch sei die Forderungshöhe von der Neuen Halberg Guss nicht zu leisten. "Dieser Tarifvertrag umfasst Forderungen von 700 Millionen Euro". Die IG Metall habe zudem die Nötigung von Mitarbeitern und Blockaden geduldet.


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