Boeing will Regionaljet-Sparte von Embraer schlucken | Luftfahrtindustrie | Branchen

Der US-Flugzeugbauer Boeing und sein brasilianischer Wettbewerber Embraer wollen mit einer strategischen Partnerschaft ihr weltweites Wachstum beschleunigen. Der weltgrösste Flugzeughersteller aus den USA soll mit 80 Prozent die Mehrheit an dem Joint Venture halten, das auch das Service-Geschäft umfasst.

Dieses bestehe aus dem zivilen Flugzeug- und Servicegeschäft von Embraer und aus zivilen Entwicklungs-, Produktions-, Marketing- und Lifecycle-Serviceaktivitäten von Boeing.

Ende 2017 begannen Boeing und Embraer erste Fusionsgespräche als Reaktion auf die Annäherung zwischen den Konkrrenten Airbus und Bombardier. Dafür wollen beide Unternehmen ein neues Gemeinschaftsunternehmen im Wert von rund 4,1 Milliarden Euro gründen, wie sie mitteilten.

Embraer erhofft sich von der Partnerschaft mit Boeing mehr Umsatzpotenzial für die brasilianische Luftfahrtindustrie sowie eine steigende Produktion sowie vermehrte Investitionen und Exporte. Die Vereinbarung stärke beide Unternehmen auf dem Weltmarkt, ergänzte Embraer-Chef Paulo Cesar de Souza e Silva. Im Anschluss müssen sie Aktionäre und Behörden absegnen. Voraussichtlich Ende 2019 soll die Transaktion abgeschlossen sein, teilte Boeing mit. Dafür soll ein zweites Gemeinschaftsunternehmen entstehen.

Obwohl Embraer an seinem Verkehrsflugzeug-Geschäft künftig nur noch ein Fünftel der Anteile hält, soll der Bereich weiterhin aus Brasilien heraus geführt werden. Dazu zählen auch die Posten des Verwaltungsratschefs und des Vorstandschefs. Von Seiten der US-Amerikaner aus soll das Joint-Venture direkt Boeing-Chef Dennis Muilenburg unterstellt sein. Euro vor Steuern. Die Umsatz- und Gewinnprognosen für das laufende Jahr seien von dem Deal nicht beeinträchtigt, erklärte Boeing. Zum Vergleich: Embraer lieferte im vergangenen Jahr 101 Verkehrsflugzeuge und 109 Geschäftsreise-Jets aus.


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