Fußball-WM in Russland: Belgien wirft Rekordweltmeister Brasilien raus

Mit einem 2:1 gegen Topfavorit Brasilien hat Belgien das Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland erreicht. Ein Eigentor der Brasilianer brachte die Belgier so nach 13 Minuten in Führung, in der 31. Minute erhöhte de Bruyne auf 2:0. Nachdem Courtois bei einer Doppelchance in der 38. Minute gleich zweimal den Anschlusstreffer verhinderte, ging es mit dem doch überraschenden 2:0 für Belgien in die Halbzeitpause.

Der Sieg steigerte bei den Belgiern die Lust auf mehr. Petersburg zeigen. Trainer Roberto Martinez kann sich ans Revers heften, das Potenzial dieser Generation freigelegt zu haben. Er sollte recht behalten.

Brüssel. Makabres Angebot: Ein belgisches Bestattungsunternehmen offeriert aus Freude über den Einzug der Roten Teufel ins Halbfinale der Fußball-WM ein seltsames Geschenk. Im zweiten Viertelfinale in Kasan gewannen die Roten Teufel mit 2:1. In der Schlussphase musste das Team allerdings zittern. Damit wird es nichts aus dem Halbfinalschlager gegen Frankreich, der nun stattdessen am Dienstag (20 Uhr) auf den belgischen "Nachbarn" trifft. Am Ende mussten sich die geschockten Brasilianer sogar noch glücklich schätzen, dass de Bruyne (41.) und der frühere Hamburger Vincent Kompany (42.) trotz guter Chancen nicht noch vor dem Halbzeitpfiff für die Vorentscheidung sorgten.

Nach 13 Minuten trafen die Brasilianer dann aber doch - allerdings ins falsche Tor. Für Brasilien war es die erste Niederlage nach 15 Spielen.

Schon zu Beginn versuchte Belgien das Spiel an sich zu reißen und agierte diesmal in einem 4-3-3.

Im Duell der besten Offensive gegen die stärkste Defensive der WM übersprangen beide Teams die Abtastphase und suchten den schnellen Weg nach vorne. Beinahe wäre er zum großen Helden avanciert, hätte er drei Minuten später nicht um Zentimeter am Tor vorbeigeschossen. Erstmals war Brasilien bei diesem Turnier in Rückstand geraten. Nach einer Neymar-Ecke hatten die Westeuropäer Glück, dass Thiago Silva nur den Pfosten traf. Ersatzmann Fernandinho kam mit den spielstarken Belgiern kaum zurecht. Eine Ecke Nacer Chadlis bugsierte Fernandinho mit der Schulter ins eigene Tor. Der Brasilianer zeigte beim Aus gegen Belgien eine schwache Leistung. Chadli spielte dafür im Mittelfeld, die beiden Angreifer Lukaku und Eden Hazard kamen über Außen und De Bruyne rückte an deren Seite ins Sturmzentrum. Belgien wirkte vor allem bei Kontern gefährlich und kam bei schnellen Gegenstößen auch immer wieder in aussichtsreiche Positionen. Und wenn, dann war Belgiens Keeper Thibaut Courtois zur Stelle. Einen Distanzschuss von Philippe Coutinho parierte er exzellent (37.).

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild.

Tite reagierte zur Pause auf den fahrigen Auftritt seines Flügelstürmer Willian, für den Firmino kam, der auch prompt eine scharfe Hereingabe von Marcelo verpasste (51.).

Ganz im Gegenteil zu Belgien-Coach Martinez.

Wie sehr Tites Lieblingsspieler, der es wie kein Zweiter im brasilianischen Team der Künstler versteht, die Balance zwischen bezaubernder Offensive und rustikalen Defensive zu halten, tatsächlich fehlte, wurde aber erst nach Fernandinhos unglücklichem Eigentor deutlich. Eine schöne Lupf-Flanke von Coutinho verwertete er per Kopf (76.). Denn: Hätte der Stürmer die Gelbe Karte gesehen, wäre er für ein mögliches Halbfinale gesperrt gewesen.


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