Gehaltsabstand zwischen Vorständen und Mitarbeitern wächst - Überregionale Wirtschaft

Nach Berechnungen der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung verdiente ein DAX-Vorstand im Mittel 71 Mal so viel wie die beschäftigten seines Unternehmens im Durchschnitt.

Der Jahresverdienst von DAX-Vorständen ist 71-mal so hoch wie das durchschnittliche Gehalt ihrer Angestellten.

Dass der Chef eines Dax-Konzerns mit Hunderttausenden Mitarbeitern ein bisschen mehr verdient als der Durchschnittsangestellte, ist erstmal nicht ungerecht. Das 232-fache? Auf jeden Fall haben sich die Gehälter deutscher Top-Manager in den vergangenen Jahren von denen ihrer Belegschaft deutlich entfernt. Wer die Verantwortung für ein großes Unternehmen mit tausenden Arbeitsplätzen trage, solle anständig bezahlt werden.

Berlin (dts) - Der Abstand zwischen Vorstandsvergütung und Mitarbeitereinkommen (Manager to Worker Pay Ratio) ist in den vergangenen Jahren wieder deutlich größer geworden.

2005 bekam ein Vorstandsmitglied im Dax im Schnitt 42-mal so viel wie ein Beschäftigter.

IMU-Expertin Marion Weckes berechnete erstmals auch den Unterschied zwischen den Vergütungen von Unternehmenschefs - die im Vorstand am meisten verdienen - und einem durchschnittlichen Angestellten. Ein Vergleich zu den Vorjahren fehlt hier, weil die Vorstandsvorsitzenden erstmalig separat betrachtet wurden.

Auffällig ist, dass die Gehaltslücke je nach Konzern sehr unterschiedlich ausfällt. Postchef Frank Appel führte die Rangliste der Konzernchefs im Jahr 2017 an.

Auf Rang zwei der Liste liegt der Vorstandsvorsitzende von Heidelberg Cement, Bernd Scheifele, mit dem 201-fachen Durchschnittsgehalt. Commerzbank-CEO Martin Zielke dagegen muss sich mit dem 25-fachen Durchschnittsgehalt begnügen. Vier Dax-Unternehmen weisen eine Ratio von mehr als 100 auf, nur drei eine von 30 oder weniger (Grafik 2).

Bei den einfachen Vorständen reicht die Spanne vom 20-fachen des Firmen-Durchschnittsgehalts bei der Commerzbank bis zum 159-fachen bei der Deutschen Post. Das zeigt eine Studie des Instituts für Mitbestimmung und Unternehmensführung (IMU). Zudem fordert das Institut die Unternehmen auf, die Messgröße von sich aus zu publizieren. Norbert Kluge, Direktor des I.M.U. zu den Ergebnissen der neuen Studie.


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